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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 277

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1934-01-01
Page
Seite 277 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 277 Zahlungen und Sagen zu finden ist. Er selbst hält zwar nicht streng an dieser Ansicht fest, aber die Nachfolger haben sich daran gewöhnt, daß der Ursprung aller Volkslegenden, Sagen und Märchen Indien ist. Auch sonst dürfte diese Legende nicht die einzige sein, für welche sich eine ganz genaue Parallele in der jüdischen Literatur findet. Die weitere literarische Forschung wird noch viel mehr Material ans Licht fördern. Hier muß ich mich damit begnügen, auf dies Wenige hinzuweisen und zugleich der Meinung Ausdruck zu geben, daß wir es hier mit einer jüdischen Sage zu tun haben, die über Indien viel später wieder den Weg nach dem Westen zurückgenommen hat. Ergänzungen: Das hebräische Märchen von dem Dieb und den drei Reisegeführten ist ״in mehreren Aufzeichnungen bekannt: 1. Im Chibbur Jafeh, zugeschrieben dem R. Nissim b. Jakob b. Nissim ibn Schahin/XI. Jhdt./ ed. Amsterdam 38. 2. Im Dekalog-Midrasch bei Jellinek Beth-hamidrasch 86 f. 3. Im חבור מעשיות ed. Verona 1647 f. 36. 4. In den Exempla of the Rabbis bei Gaster 111, 112. Gemeinsam sind allen Fassungen folgende Motive: Drei Reisende vergraben am Vorabend des Sabbath zusammen ihr Geld. Einer von ihnen behebt diebisch das vergrabene Vermögen. Nach Sabbathausgang finden sie den Platz leer. Sie beschuldigen einander gegenseitig. Salomo soll entscheiden. Er prüft ihre Gesinnung, indem er ihnen eine Geschichte von edelmütigen Menschen erzählt, dabei ihr Urteil befragt und dadurch die Habgier des einen, daher in ihm den Dieb erkennt. Chibbur Jafeh bietet nur diese Motive. Die anderen Fassungen schalten Folgendes hinzu: Salomo gibt vor, ihm sei dieser Fall vom Kaiser von Rom übersendet worden, er solle entscheiden, wem im Falle des Brautraubes die Palme der Selbstüberwindung gebührt. Gaster meint, diese weitläufigere Fassung wäre die ursprüngliche und R. Nissim hätte sie abgekürzt. Durchaus unwahrscheinlich. Das Märchen ist uns in vielen Überlieferungen bekannt, besonders im Indischen und Arabischen. Doch das eingeschobene Motiv von der Botschaft des Römischen Kaisers an Salomo oder etwas dem Entsprechendes finde ich sonst nicht. Wahrscheinlich bietet also Chibbur Jafeh die älteste hebräische Fassung. Falls

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