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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 2 · p. Seite 263

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 2
Article
Einige Schriften zu biblischen Problemen [Rezension]
Date
1934-01-01
Page
Seite 263 (sequence 7)
Language
German
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263 Einige Schriften zu biblischen Problemen aber ist Geschichte, sinnvolle, gottgewollte, als die eigentliche Haltung des religiösen Willens. Für diese Grundkonzession ist es in der Tat von entscheidender Bedeutung, ob ein nachträglicher Rückblick, sozusagen eine Retuschierung, alte naive Erlebnisse ins Eschatologische umdeutet, umbiegt oder aber — wie schon dieses Buch wahrscheinlich macht — Geschichtverwirklichung von vornherein im religiösen Urgeist Israelits angelegt war. In dem von Ernst Sellin herausgegebenen Kommentar zum Alten Testament (A. Deichertsche Verlagsbuchhdl. D. Werner Scholl, Leipzig) liegt vor: Jesaja I, übersetzt und erklärt von Otto P rock sch (1930). Der starke Band, in dem doch nur Jes. 1—39 Unterkunft gefunden hat, legt schon äußerlich Beweis dafür ab, daß der Verfasser mit weit ausholender Gründlichkeit die gesamte Vorarbeit gewürdigt hat. Besondere Mühe ward der Herstellung der rhythmischen Form gewidmet. Daß auf diesem Gebiete aber greifbare Fortschritte gemacht worden sind, davon kann man sich nur schwer überzeugen. Die Aufteilung der Sätze in die verschiedenfüßigen Verse gibt zwanglos so mannigfachen Möglichkeiten Raum, daß es nur in den seltensten Fällen statthaft sein wird, das herausgefundene oder vielmehr hineingelegte Versmaß zum wirklich brauchbaren Leitfaden für Konjekturen zu machen; wovon sich das Buch im allgemeinen auch frei hält. Kennzeichen des Werkes ist überhaupt das Maß־ halten sowohl in der Behandlung des Textes wie in inhaltlicher, insbesondere religionsgeschichtlicher Würdigung. Man möchte gerade aus diesem Werke entnehmen, daß die Erforschung der Prophetie an einem Punkte angelangt ist, wo sozusagen das alexandrinische Stadium der Wissenschaft begonnen hat. Was kein Aufruf zum wilden Hypothesenmachen sein soll. Von jüdisch-orthodoxem Standpunkte her behandelt Joseph Carlebach ,,Die drei großen Propheten“. (Frankfurt a. M., Hermon-Verlag 1932). Die Abhandlung hat vornehmlich religiös-praktischen Charakter, will das Dunkel der Gegenwart mit dem Licht prophetischen Geistes erhellen. Zu diesem Zweck wäre es nicht nötig gewesen, die eigenen antikritischen Ansichten in eine Sprache von Maßlosigkeit und Übertreibung zu kleiden. Wir glauben nicht, daß die Fakta, die er für die Einheit des Buches Jesaja anführt, ausreichen,•

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