Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Schriften zu biblischen Problemen [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 6)
- Language
- German
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262 Max Wiener der eigentliche König sein darf. Die These, daß sichs hier unbeschadet der Frage wortwörtlicher ,,Echtheit“ :nicht um. eine Projektion eschatologisch gestimmten Glaubens in die Urzeit handelt, gewinnt an Bedeutung, wenn man die Stellung dieses Stückes mitten in diesem Buche berücksichtigt. Freilich vermissen wir etwas, was zur Erhärtung der Behauptung von dem Antimonarchismus dieser Schrift notwendig wäre. Es müßten die verwickelten und offenbar durcheinandergehenden Tendenzen untersucht werden, die in den Samuelsbüchern die Geschichten von der Entstehung des israelitischen Königtums durehwirken. Erst das Verhältnis dieser Quellen zu denen des Richterbuches, was die zeitliche und die inhaltliche Beziehung angeht, könnte wirkliche Aufklärung darüber schaffen, wie es um jene ursprüngliehe Theokratie bestellt ist. Aber Buber will hier nicht einen systematischen ,Aufriß und eine allseitige Ausführung seines Themas geben, als daß er vielmehr von den verschiedensten Seiten her charakteristische Durchblicke auf das in der Idee gesetzte Ziel schafft. So kommt er zu der grundsätzlich sehr bedeutungsvollen Abhebung des allgemeinen altorientalischen Gotteskönigtums von der spezifischen Konkretisierung dieser Anschauung im israelitischen Bewußtsein, zu der Beschreibung Jhwhs als des Melekh in seiner Unterschiedenheit von dem allgemeinen westsemitischen Stammesgott: alle Schau darauf ausgerichtet, von dem kosmischen Charakter babylonisch assyrischer Astralgötter und der naturhaften Essenz der schollengebundenen kanaanitischen Baalim zu jenem einzigartigen freizügigen, von jedem besonderen Sitz, auch dem Sinai, sich ablösenden, seinem Volke voranziehenden und es so gleichsam in und durch geistiggeschichtliches Leben führenden Jhwh durchzustoßen. Das alles in prägnanter Kürze, aber durch den steten Bezug auf angezogene Analogieen und abzuwehrende scheinbare Parallelen — wie etwa der zwischen Theokratie und Hierokratie — in durchsichtiger und konkreter Klarheit ausbreitend. Es handelt sich dabei um eine in das Wesen des israelitischen Geistes eintauchende Schau, die der eigentümlichen, ihn von seiner Urzeit her begleitenden, ja konstituierenden Spannung gerecht werden will, derjenigen, die sich in der Existenz dieses Geistes zwischen Schöpfung und Erlösung wirksam fühlt. Das