Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Schriften zu biblischen Problemen [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 5)
- Language
- German
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261 Einige Schriften zu biblischen Problemen deutung des israelitischen Königs als eines Gesalbten Jhwhs geklärt werden; und der dritte hat auf die Eschatalogisierung der beiden Konzeptionen das Augenmerk zu richten. Es handelt sich also, wie aus dem vorerst durch Buber nur angedeuteten Programm des Gesamtwerks hervorgeht, ganz allgemein gesprochen um die Frage: Welche Stellung kommt in der konkreten. Religion Israels dem historischen Bewußtsein des Volkes zu? Das ist ein Problem von gewaltiger Perspektive. Denn da Geschichte in einem faßbar überschaulichen Sinne nur einem bestimmten Ausschnitt des Lebens, hier einem besonderen Volke, zuerkannt wird, wird so die Erfahrung solcher, konkreter Geschichte zur Substanz des religiösen Glaubens. Daß die Religion, um diese Sachlage auszudrücken, sie gleichsam buchstabieren zu können, sich der Sprache, des Mythos bedienen'muß, vom Eschaton — wie ebenso vom paradiesischen Uranfang — redet, ist da nur ein Äußerliches. Nicht gebiert der Mythos den Geschichtsglauben, sondern dieser, sofern er als Urhaltung einer bestimmten Religiosität da ist, schafft sich seine mythologische Ausdrucksform. Ein Urteil über Bubers Unternehmen muß zurückgestellt werden, bis das Werk vollendet sein wird. Hier handelt es sich nur darum, aus den! Inhalt des 1. Bandes sich Aufschluß über den Ansatz des Ganzen zu verschaffen. Man wird schon daran erkennen, daß eine geglückte Durchführung nicht nur ein der Erforschung des biblischen Geistes sich stellendes Teilproblem inmitten anderer unverändert bleibender Fragen und Antworten lösen möchte; sondern daß die Weite und Tiefe, mit der hier der Beziehung zum Historischen als einer ursprünglichen Glaubenshaltung nachgespürt wird, ein in vielen Punkten völlig gewandeltes Bild der israelitischen Religion überhaupt schaffen muß. Das geht vor allem auf die zentrale Frage der Gottes Vorstellung. Buber liest das Richterbuch (bis auf die letzten Kapitel) als eine Schrift mit ausgesprochen antimonarchischer Tendenz. In diesem Antimonarchischen steckt für ihn aber weniger die Zuneigung zu einem anderen politischen Ideal als die Anerkennung ernstgemeinter Theokratie. Das soll sich besonders aus dem Gideon- Spruch ergeben (Richter 822), wo der Held sein und seines Hauses Königtum über Israel mit der Begründung ablehnt, daß Gott