Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Schriften zu biblischen Problemen [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 4)
- Language
- German
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260 Max Wiener die israelitische Geschichte mit der gleichzeitigen ־und .mit der ihr voraufgehenden des Orients erfährt. Ein verhältnisweise erlieblicher Teil des Werkes ist der vorisraelitischen Geschichte des Landes Kanaan über die drei Bronzeperiöden hinweg bis zur Besitzergreifung, sowie der Verflechtung der ,,Hebräer“ mit denen ihnen sprachlich, rassenmäßig oder kulturell verwandten Stämmen gewidmet. Dabei spielen naturgemäß des Verfassers eigene Vorarbeiten in der Erforschung des alten Orients eine wichtige Rolle; und indem Jirku sich angelegentlichst bemüht, in sein knappes Lehrbuch die Ergebnisse oder doch Anregungen, welche die Frucht jener Forschungen sind, hineinzuarbeiten, indem er zugleich die Ausgrabungsresultate ebenso klar wie vorsichtig abwägend in seine Darstellung einbezieht, gibt er dem Leser ein echtes und eindringliches Bild von der Fülle und der Verknüpfung der Probleme, um die es sich hier handelt. Das Buch verdient als plastisch deutliche Herausstellung des politisch-nationalen Rahmens, in dem das biblisch-israelitische Leben eingespannt ist, volle Beachtung; der im engeren Sinne geistige und. besonders der religiös-schöpferische Gehalt dieser Geschichte wird freilich kaum mehr als gestreift, wenn Jirku auch fest stellt, daß die in dieser erzählten Geschichte enthaltenen geistigen Ideen gesiegt haben und bis zum heutigen Tage noch fortwirken. Rudolf Kittels Werk ,,Gestalten und Gedanken in Israel“ (Geschichte eines Volkes in Charakterbildern, Leipzig, Quelle und Meyer) liegt in zweiter verbesserter Auflage vor. Sie unterscheidet sich von der ersten im Wesentliehen nur durch die Umgestaltung des Kap. Esra und Nehemia. Dieses hat der Herausgeber Friedrich Baumg.ärtel mit der Auffassung in Einklang gebracht, welche der kurz vor Kittels Tode erschienene 3. Band der ,,Geschichte des Volkes Israel“ in Abhebung von der ersten Fassung der ,,Gestalten“ dartut. Martin Buber bringt mit dem Bande ,,K önigtum Gottes“ (Schocken-Verlag, Berlin 1932) den ersten Teil eines Werkes ,,Das Kommende. Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte des messianischen Glaubens“. Das Ganze ist als eine Trilogie geplant. Der erste Band .soll schon in der Frühzeit Israels den Glauben an ein Volkskönigtum Gottes von aktuell geschiehtlieber Wirksamkeit aufweisen; im zweiten soll die sakrale Be-