Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Einige Schriften zu biblischen Problemen [Rezension]
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 3)
- Language
- German
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Einige Schriften zu biblischen Problemen 259 beliebte. Und damit leistet er, der durchaus als Nicht-Theologe betrachtet sein will, auch der Religionsgeschichte einen zwar mittelbaren, aber bedeutsamen Dienst. Indem er nämlich die Unterlegenheit der Israeliten gegenüber den unterworfenen Kanaanitern in Ansehung der materiellen Kultur betont, gleichzeitig aber auch eine sich unleugbar frühe geltend!rächende geistige Kraft den Blick lenkt, leuchtet ungewollt die Eigenart des Volkes der Bibel auch aus der untheologischen Geschichtsschreibung hervor. Gerade in diesem Zusammenhang wird die Frage nach dem Ursprung der Buchstabenschrift zu einem Gegenstand der israelitischen Urgeschichte gemacht. So kommt in der Tat das volle Leben einer Nation hier zu Tage; und die nachdrücklichen Versuche, die immer wieder gemacht werden, aus den knappen Angaben der Bibel das Bild einer gewissen Ganzheit des nationalen Daseins zu erschließen, was die statistischen Verhältnisse auf den verschiedenen Gebieten anlangt, empfangen auf der anderen Seite eine Ergänzung in dem Bestreben, durch Detailmalerei dem konkreten Dasein nahe zu kommen. Auerbachs Vorliebe erstreckt sich auf Kriegsgeschichte und Schlachtbeschreibung; und dieses Interesse kommt z. B. der Darstellung des Kampfes zwischen Israeliten und Philistern um die Vorherrschaft in Kanaan besonders zugute. Aber auch sonst, zumal bei dem so schwierigen Problem der allmählichen Besetzung des Landes, zeigt sich deutlich das von dauernder Anschauung der geographischen Verhältnisse unterstützte Interesse des Erzählers. So darf man auf die Weiterführung dieses Werkes die Hoffnung setzen, daß in ihr die Gesamtleistung Israels eine so lebendige und eindrucksvolle Würdigung erfahren wird, wie sie hier den Anfängen zuteil geworden ist. Erst dann wird aber auch ein endgültiges Urteil darüber möglich sein, wie sich in dieser allgemeinen Geschichte Israels das Schwergewicht dessen auswirken wird, was nun einmal seit je als seine besondere Sendung gegolten hat, die religiöse Schöpfung des Volkes der Bibel. Für die theologischen Lehrbücher, hrsg. von Erich Seeberg, schrieb Anton Jirku die ״Geschichte des Volkes Israel'‘ (Quelle und Meyer, Leipzig 1931), reichend bis 588 v. Chr. Wichtig ist an diesem Buch die allseitige Verknüpfung, welche!7*