Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 14)
- Language
- German
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426 H. L. Ginsberg — die suffigierten Formen ]Tr קטאוי יזה, mit ', neben denjenigen mit i1. Auch das babyl. Schrifttum ist in dieser Hinsicht fast restlos folgerichtig, wobei sich seine Inkonsequenzen unter denselben Umständen äußern und durch dieselben Ursachen erklären lassen, wie bei den anderen Kriterien. Besondere Beachtung verdient die Tatsache, daß die spezifisch babylonischen Prägungen הלואה ,הרשאה ,מחאה u. s. w. nur so geschrieben werden. 4. Weitere Entstellung der griechischen Lehnwörter. Daß bei den babyl. Juden, die nicht mit Griechischsprechenden in Berührung kamen und sich in ihrer Umgangssprache weniger — zum großen Teil erst dem Hebr. entnommener — gr. Lehnwörter bedienten, diese in der Regel ihrer ursprünglichen Form weniger nahe bleiben würden, als bei ihren im Bereich des Hellenismus lebenden Glaubensgenossen, wäre von vornherein zu erwarten. Dies ist auch der Fall: manches Wort gr. oder lat. Ursprungs lautet bei den ,,zwei Häusern von Israel“ verschieden, und meistens bei den Westländern ursprünglicher. Man wird sofort an babyl. דולבקו ,נמ[י?ןל (beides auch gaon. belegt) טבריא ,א[י1נקלום ,לוקפזמץ gegenüber pal. א)ל0יין) Urnen, דלסספלן delphike אגקטפון onos kaV ömon, עקילים ,Akylas טיבדייה Tiberias — denken. Wahrscheinlich gehört auch קטליז ,אטליז (katdlysis) — gegenüber den pal. Formen mit פ hierher. A nm. Weniger einfach steht es um babyl. כוליאר gegenüber pal. כובלייר, wenn aus kokhliärion; denn die neugr. Form dieses Wortes ist khouliari. Ähnlich entspricht dem gr. köntos babyl. meist קינדם, pal. meist קונטס; die babyl. Form stellt aber die bekannte neugr. Aussprache des nt wie nd dar. Wie ich vermute, gibt desgl. auch das babyl. אבזעפי MSchab 84, und Babli ebenda — in einer Reihe von Mischnatexten2 mit ט 1 Z. B. i״’־?« Jer. Ber. 10a o.; vgl. M. Machs. 5!. 2 Im eigentlichen Jeruschalmi kommt das Wort (wohl weil es den Palästinensern bekannt war und keine Schwierigkeiten machte) nicht vor. Die den einzelnen Kapiteln des Jer. beigefügte Mischna ist auch in der Quelle unserer Drucke, der Leydener Hs., nicht die Vorlage der pal. Amoräer (oben S. 417 Anm. 2), und ist außerdem schon von den Herausgebern des ersten (Venediger) Druckes stark nach dem Babli modifiziert worden.