Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 427 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829998-2838633--52279-2838693- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräisclien 427 geschrieben, — eine innergriechische Verballhornung von netopion wieder, (neto könnte leicht in ento endo verwandelt werden). Den Grund dafür, daß diese babylonischen Formen mit der spätgr. und die pal. mit der frühgr. Aussprache übereinstimmen, wo doch die Juden im Perserreich auf die Tradition angewiesen waren, während ihre Brüder jenseits der Syrischen Wüste mit dem lebendigen Gr. in Berührung waren, kenne ich nicht. Ich kann nur den Tatbestand konstatieren. Die übrigen Entstellungen griechischer Wörter im Babyl. werden am geeignetesten in den folgenden Abschnitten behandelt. III. Verschiedene Abweichungen« 5. Vorliebe für «־An laut1 bei folgendemDauerlaut im Babyl. undVermeiden desselbenimPal. Stellen wir zunächst fest, daß die Babylonier gern auch solche Fremdwörter mit Vorschlags-'Aleph versehen, bei welchen keine Doppelkonsonanz im Anlaut vermieden zu werden braucht, nämlich in אלונטית, pal. לונטית aus lention; in אלכסון pal. ל(ו)כםון aus loxon; in א(י)לפס, pah לגום aus lopds; in אטלתרא, pal. מלתרה aus melathron; und in עסלא) אסלא) pal. (Cod. Kaufm., MKeh 22, 10) •סלד aus sella. Wie man sieht, beginnen die so behandelten Fremdwörter mit l, oder s, also mit schallreichen Mitlautern2 (l und n sind stimmhafte Dauerlaute, s eine starke Kontinuans), die noch dazu, wie die Ben Naphtalische Masoretenschule beobachtet hat3 und es noch heute bei den jemenischen Juden geschieht4, im Silbenanlaut besonders energisch artikuliert werden. Ähnlich hat das Anlauts-7?2 im einheimischen Wort מתלא im Babyl.-Hebr. eine Vorschlagssilbe erzeugt: אטתלא; und von Verschlußlauten das t und das p in אטרפא < טרפא bzw.אפרכלי < פרכלי (bSchabb. 45a). Im allgemeinen waren aber bei den vertrauten semitischen Wörtern auch die Babylonier konservativ. Man könnte auf den ersten Blick hin geneigt sein, das Nichterweitertwerden der erwähnten gr. Wörter durch eine Vorschlags- 1 s. oben S. 423 Anm. 2. 2 Wie ich AJSL XLVI 131—133 dargetan habe, werden Sproßsilben im Hebr. (einschließlich I^atephs) meist durch die Schallfülle stimmhafter oder Dauerlaute, und besonders solcher Konsonanten, die sowohl stimmwie dauerhaft sind, erzeugt. 3 s. P. Kahle, Masoreten des Westens II, S. 57 u. Lichtdrucktafeln 13-16, 4 II. Grimme, D. jemen. Ausspr, usw., in Festschr. Sachau.