Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 10)
- Language
- German
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422 H. L. Ginsberg Wie gesagt, kommt dieses Lautgesetz sonst nur gelegentlich, aber nicht gerade selten, zum schriftlichen Ausdruck. In baby- Ionischen Schriften sind jedoch bisher nur zwei Fälle davon bekannt, nämlich die Schreibung אדן an zwei Stellen eines Fragments der Halachot Gedolot aus der Geniza1. Auch wenn wir von der Möglichkeit absehen, daß diese Schreibungen von dem ägyptischen Schreiber (s. o.) herrühren, und auch auf die andere Erklärungsmöglichkeit verzichten, daß der Yerf. hierin von der Sprache des von ihm mitbenutzten Jeruäalmi und pah Sepher hamMa'asim2 beeinflußt worden ist, so ist doch schon die Tatsache, daß die babyl. Texte — eventuell trotz des Beispiels der taanaitischen Literatur (s. o.) — Belege für diesen Lautwandel lediglich in verschwindendem Maße aufweisen, beredtes Zeugnis dafür, daß dieser im Babyl.-Flebr. tatsächlich unterbleibt3 4. Und was für das Talm.-Hebr. wahr ist, ist es auch für das pal. respektive babyl. Aramäisch. Nichts deutet darauf hin, daß auslautendes m im Babyl.-Aram. zu n wurde; dagegen finden wir schon im ersten Traktat des pal. Talmuds (Ber. IV 7b o.):!.בארבע שעין שמשא חמין ומולא קריר ,בשיח שעין שמשא חמין וטולא חמין; wobei es keines Beweises bedarf, daß חמין das bekannte aram. חמים, das Gegenteil von קריר, ist. 2. Das pal. Targum zu Gen 3146 (Fragment bei Kahle, Masoreten des Westens II, Texte S. 9) bietet אבלים — vom Punktator anstandslos als a r a m. punktiert und als Teil des Targumtextes mit Akzent versehen. Offenbar war für ihn אבנים nur graphisch von אבנין verschieden. Genau so מייים, ebd. S. 47. 3. Jer. Ta'an. (ed. prim.) 65c Z. 4 v. u.: הכין הוא הדין מלייא 1. חבין הוא הדין טלייא; nach Ber. 3d (1. חכימי (חכים הוא =־ חכימו 4הדין טלייא. 4. Koliel. R. IlXd: ויאה (Junge 5עולין (עולים. 1 Geonica S. 385, Z. 18; 8. 390, Z. 5 — wie mir Herr Prof. Dr. Epstein mitteilt, eigentlich Halachot Pesuko t. 2 S. Epstein, Tarbiz III C 14:7 ff. 3 Wie die babyl. Praxis im speziellen Fall der Mehrzahlendung ־הם ,״ים bzw. ״הן ,״ץ, wo letzteres auch gemeinaramäisch ist, gewesen sein mag, braucht hier nicht erörtert zu werden. 4 S. Liebermann, TaEbiz III 452 f. 5 Derselbe mündlich.