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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 421

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
Date
1933-01-01
Page
Seite 421 (sequence 9)
Language
German
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Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen 421 I. Sekundäre Entwicklungen im Pal. gegenüber dem Babyl. 1. Übergang von auslautendem m in n. Wie bekannt, herrscht in unseren Texten die größte Willkür in bezug auf die Wahl zwischen den Pluralbildungen ־ים und ם ׳־ין; und fT, bzw. ־הם und ־הן. Was die Wörter, welche die eine oder die andere Endung annehmen, anbelangt, so ist keine Ausgabe oder Hss. weder in sich selbst folgerichtig noch in Übereinstimmung mit einer anderen. In den Ausgaben ist zwar ein gewisses Schema erkenntlich, wonach biblische Haupt- und Eigen- Schaftswörter im allgemeinen ihr ־ים beibehalten, während spätere (bzw. biblisch nicht belegte) Prägungen, Fremdwörter und Partizipien ־ין bevorzugen. Allein dieses Schema ist kaum ursprünglich, denn die meisten Handschriften gebrauchen יןeinerseits überhaupt viel seltener als die edierten Texte (״הם דם; גיטים ,מזים ׳חולים sogar als Feminenendungen, usw.), wenden es aber andererseits ebensogut bei einwandfrei biblischen Nomina (wie ךברין Codex Kaufmann, Edijoth 2), wie anderweitig an. Dieser Umstand an sich gibt schon zu denken. Dazu kommt aber, daß diese Hss. mitunter אדן für אין ,1אדם für תחון ,2אם für אימון ,3תחום für אימום schreiben. Angesichts solcher Erscheinungen muß der sprachwissenschaftlich denkende Beobachter unwillkürlich ein nur gelegentlich zum schriftlichen Ausdruck kommendes, aber allgemein gültiges Lautgesetz ahnen; und diese Ahnung wird zur Gewißheit, wenn ein Mischnamanuskript auftaucht, in dem konsequent nur ״ין (auch z. B. in דנתן ׳אתן (רשעין usw. gebraucht werden. Dieses Manuskript ist aber ein so altes pal. Stück, daß es noch die palästinische Vokalisation aufweist4. Ihm stehen ferner die treffliche Londoner, römische (die auch אדן bietet) und Stuftgarter Hs. des Beregit Rabba5 zur Seite6. 1 Siehe L. Ginzberg in Festsehr. Adolf Schwarz, S. 332 und ebd. Anm. 4. 2 M. Ned. 9, 19 nach einer ganzen Reihe von Zeugen (z. B. Codd. Kaufmann und Lowe und die Neapler Ausgabe), 3 Siehe Tarbiz I-A S. 59, Z. 5; vgl, ferner כלום ) כלזן Jer. B. K. 4a); מח5ם =) מחמין, ebd. Sabb, 17a unten). 4 P. Kahle, Masoreten des Westens I 28 f. 5 Siehe Ch. Albeck, Einl. u. Register zum Ber. R., S. 106 oben, 107 unten, 113. 6 S. noch die Note von H. Yalon am Ende dieses Aufsatzes.

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