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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 420

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
Date
1933-01-01
Page
Seite 420 (sequence 8)
Language
German
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420 H. L. Ginsberg 10. Gab es also in Babylonien auch rein pal., nicht nur vordialektische, Mischnahs.? Auf den ersten Blick schiene der ,,Gaonäische Kommentar zu Tohoroth“ unzweideutig dafür zu sprechen; allein in Ermangelung jeglichen — mir bekannten — direkten Zeugnisses muß auch mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß Stichwörter und Artikel dieses Mischnalexi - kons, auf dem Wege von Babylon zum deutschen Manuskript, in welchem es sich jetzt befindet, dem damals in Europa allein bekannten pal. Mischnatext angeglichen werden konnten. Ähnlich konnten die gelegentlichen Palästinismen in der übrigen gaon. Literatur von Abschreibern herrühren, welche in Ländern wohnten, wo pal. Einfluß noch herrschte1, oder jedenfalls die tannaitischen Werke noch in pal. Fassung kursierten. Nehmen wir aber an, daß es sich einmal unwiderleglich herausstellt, daß das tannai tische Schrifttum auch in Babylon (aber jedenfalls wohl nicht vor dem Abschluß des BTalm.) in rein pal. Sprachgestalt bekannt war; daß es der Verfasser des ,,Gaonäischen Kommentars zu Toharoth“ selbst war, der, in Anlehnung an seine Vorläge, ausschließlich die pal. Formen der Mischnawörter gebrauchte; und daß nicht nur die vordialektischen Formen wie!הנייד, sondern auch die sekundären Palästinismen gewisser gaonäischer Texte, zum Teil von den Autoren selbst herrühren. Auch dann wird noch immer die Tatsache feststehen, daß die hier als sekundär baby- Ionisch bezeichneten Formen nur von Babyloniern und baby- Ionisch Beeinflußten, von solchen aber fast ausschließlich, angewandt, und oft sogar auf ältere palästinische Schriften übertragen werden (s. o.), während sie in keinem vorgaonäisch-pal. Werk Vorkommen. Wenn wir ferner in Betracht ziehen, daß, wie weiter unten nachgewiesen wird, die von uns als pal. beanspruchten Eigentümlichkeiten auch dem pal. Aramäisch, und die als babyl. beanspruchten auch dem babyl. Aramäisch eigen sind, kann über die Richtigkeit unserer Einteilung kaum ein Zweifel mehr bestehen. 1 Solche waren z. B. Ägypten — weshalb mancher Palästinismus in 'babyl. Schriftstücken ans der Geniza auf dem Gewissen des jeweiligen Kopisten ruhen dürfte — und die Berberei. (Heute ist natürlich die ganze Judenheit längst babyionisiert.)

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