Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 7)
- Language
- German
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Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen 419 2יוסח ,1 2שמי und 3לעזר sind lediglich graphische4 (keine sprachlichen) Archaismen5 6, und die Fragmente weisen ebensowenig die pal. wie die babyl. sekundären lautlichen Entwicklungen auf; vgl. 6לעבדן. Eine spätere babyl. punktierte Mischnahs7. ist nicht nur, wie die anderen, von sekundären Palästinismen frei, sondern weist schon die sekundären Babylonismen (הודאה, stet§ יוסי־ und אלעזר) auf. In Palästina hingegen und westlich davon war, vor den oben (S. 417 Anm. 2) erwähnten Korrekturen, allem Anschein nach nur ein sprachlich r e i n p a 1. Mischnatypus gangbar. Sprachlich fast immer durchweg babylonisch — weder palästinensisch noch vordialektisch — sind nur solche Schriften, welche auf babyl. Boden beziehungsweise in Gemeinden, die unter dem Einfluß der babyl. Autoritäten standen, verfaßt oder redigiert sind. 1 Pestschr., S. 196, Z. 10; Jahrb. XVIII, S. 282, Z. 14, 19; usw. 2 Pestschr., S. 211, Z. 5; Jahrb. XVIII, S. 282, Z. 1 von unten; usw. 3 Pestschr., S. 211, Z. 11; Jahrb. XVIII, S. 286, Z. 4. 4 Neben שמי und יוסה kommen in der Pestsohr. mehreremal שמאי und ירסי vor, neben לעזר sowohl in der Pestschr. als auch im Jahrb. אלעזר (und אליעזר). 5 Sämtlich Archaismen, nicht Neuerungen; die hbr. Bibel kennt nur שמי, I Chr 228, g2, 44 f.; 417; der Euphemismus יכה יוסוז את יוסה M. Sanh. 75 setzt die Schreibweise .יוסד voraus (Herr Prof. Dr. Epstein mündlich) und hellenistisches Läzaros entspricht einem hebr. לעזר, oder אלעזר mit müßig gewordenem א. 6 Pestschr. S. 205, Z. 18. 7 Hakedem I, hebr. Abtlg. 41—49. Daß dieses Stück viel späteren Datums ist als die vorher behandelten, wird einmal durch seinen Duktus bezeugt, geht aber am deutlichsten aus der Art seiner Punktation hervor. Denn diese kennt nicht nur das tiberische Dagesch, das ו und den diakritisehen Punkt des ש, und wendet einmal sogar das tib. Schwa an (das alles könnte erst von späterer Hand nach den babyl. Zeichen hinzugefügt worden sein, ohne daß dies auf der Photographie zu erkennen wäre), sondern ist überhaupt im wesentlichen eine mechanische Wiedergabe der tib. Vokalisation (vgl. P. Kahle, MdO S. XXIV oben, 180, 214): z. B. קרבן (iCames als o), חקדמ (statt -ןיןק*) USW., ferner יהושוע, יך,ןדךי statt des natürlicheren יהו־ .יהודה äer anderen Hss (zu denen vgl. pal. יודה, gr. ’I u d a, lat. Juda). Es ist jedenfalls möglich, daß dieses Manuskript gar nicht in Babylonien geschrieben worden ist, aber selbstverständlich deuten Dialekt, Orthographie und Punktationssystem auf einen von Babylonien beeinflußten Kreis.