Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829998-2838633--52270-2838684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
418 H. L. Ginsberg echtbabylonisch (im Gegensatz zu tiberisiert-babylonisch, s. w. u.) punktierten Fragmenten fehlen sie und statt ihrer treten הזאיייד. 1לוכמאיות (auch ד״ו׳איא) und דחאיי (für 2(דחאיו auf. Diese drei Wörter aus zwei verschiedenen Hss. illustrieren den charakteristisch babyl. reichlichen Gebrauch des א als mater 1 e c t i o n i s3 *, was schon allein es unwahrscheinlich macht, daß wir es mit zufällig babylonisch punktierten, aber in pal. Kreisen angefertigten Buchstabentexten zu tun haben; dennoch behalten sie das später bei den Babyloniern in א übergegangene ני] יי noch bei. Ferner fehlt das babyl. Vorschlags״« (s. u. S. 425). Die Phonologie der Fragmente ist jedoch nicht spezifisch pal., sondern vor״ dialektisch. Denn die in ihnen vorkommenden Eigennamen ATliche Ketib ^5׳א, das an sich auch ל$ל5ל lauten könnte, im tib. MT. nur לאבל punktiert wird; aus entsprechenden Gründen wurde שכ[י]ח in שוכח korrigiert usw. Interessant er weise kommt eine dem'echtmischnischem לוכל ähnliche Form auch in einem, aber nicht im tiberischen, MT. vor — nämlich סאכל Ps 1026, Kahle MdO, S. 188, vgl. Kahle ebd. und den mehrfach vorkommenden Imperativ (Letzterer ist nicht nur babyl.-h e b r., sondern zugleich babyl.-aram.; vgl. J. N. Epstein, J QR NS XII 336 unter 35; 386 unter a.) Erst recht mußten also solche Formen — wie לעזר, יודה, התרייה יוסח) למטן) — welche sogar mit dem Buchstabentext der Bibel, bzw. des Babli, unvereinbar sind, beseitigt werden. Ganz konsequent ist man dabei allerdings nicht verfahren; denn einerseits sind Formen wie הנייה und הזייה bisweilen sogar im Babli selbst nicht babyionisiert (zu .הזאה, הנאד), andererseits sind לומר und קטן (Kahle, MTB S. 74, MdO S. 153) nie (in קטון, למור) tiberisch-masoretisiert worden. Ferner haben sich die zwei bekannten Titel משניות und דזוריות^ die zufällig im BTalm. nicht Vorkommen, eben deshalb bis zum heutigen Tage in ihrer ursprünglichen Gestalt, durch die rabbinische Literatur hindurch, behauptet. (Nur gerade in Jer. Naz IV. 53c steht im Gegenteil הוראות für das pal. הוריות, aber nicht als Traktatnamen, und jedenfalls fälschlich.) Sie sind sogar für das echtbabyl. משבאות bzw. הוראות in die spätere Bearbeitung des Scherirabriefes (s. o. S. 3, Anm. 2) — die sogenannte ,,spanische Rezension“ — gesetzt worden. Im ‘Arukh ed. prim, (nach Levy, Wb I 460), wie in der ursprünglichen (״französischen“) Fassung der Iggeret R. Scherira, und im Gaonäischen überhaupt, wird das fragliche Traktat noch als הוראות zitiert. (Was מקואות anbelangt, so ist die entsprechende pal. und ursprüngliche Be- Zeichnung, deren sich auch die Geonim bedienen, nicht מקויות, sondern מקוות.) 1 Festschr. zu I. Lewys 70. Geburtstag, hebr. T., S. 207, Z. 15. 2 Jahrb. d. jüd.-lit. Gs., XVIII, S. 273 oben. 3 Vgl. S. Landauer, Das Elif als mater lectionis im Jüd.-Aram., in ״Festschr. zum 70. Geburtstage A. Berliners“ 1—12.