Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 417

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
Date
1933-01-01
Page
Seite 417 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829991-2829998-2838633--52269-2838683
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen 417 I. Sekundäre Entwicklungen1 im Pal. gegenüber dem Babyl. 1. Übergang von auslautendem m in n. 2. Übergang von kurzem a in geschlossener Silbe in (kurzes) 0. II. Sekundäre Entwicklungen im Babyl. gegenüber dem Pal. 3. Übergang von j in ׳, bzw. Gleitlaut, nach a. 4. Weitere Entstellung der griechisehen Lehnwörter. III. Verschiedene Abweichungen. 5. Vorliebe für «■־Anlaut im Babyl. und Vermeiden desselben im Pal. 6. Vorliebe für מ - Auslaut im Pal. und Vermeiden desselben im Babyl. 9. Ehe wir zur Erläuterung und Begründung dieser Feststeilungen fortschreiten, muß darauf aufmerksam gemacht werden, daß diese sekundären Babylonismen wohl im BTalm., und noch konsequenter bei den Geonim, aber merkwürdig selten in alten Mischnahandschriften2 Vorkommen. Selbst in den mir zugänglichen 1 Man sei sich über das, was im folgenden mit ״sekundär“ und ״vordialektisch“ angedeutet wird, klar. Wie unten dargetan, ist z. B. הגיה bei den Babyloniern in הגאה üb er ge gangen. Dieses ist also selbstverständlieh sekundär, aber jenes ist nicht spezifisch palästinisch, sondern vordialektisch. Während also הגיה u. U. auch von Babyloniern gebraucht werden, kann, würde הנאה bei einem Palästinenser sehr hefremden. Umgekehrt kann eine pal. Schrift eventuell auch קפדן bieten, weil dies eben vordialektisch ist, während das s e k n n d ä r im Pal. entstandene קופרן bei einem babyl. Gaon eine Erklärung erheischt. 2 Erst in die Drucke wurden sie massenhaft eingeführt. Dies geschah z. T. als direkte Folge der inhaltlichen Anpassung des Mischnatextes, der eigentlich weder zum im Jeruschalmi noch zum im Babli Vorausgesetzten stimmt, an die Diskussionen im BTalm. (s. Epstein, op. cit. S. 8); z. T. geschah es aber auch — wenn auch nur halb bewußt — aus rein philologischen Motiven. Denn solche waren sicher im Spiel bei der gleichzeitig vor sich gehenden Ersetzung mancher grammatischen Form durch die entsprechende biblische, und zwar, genauer gesagt, durch die biblische Form nach tiberisch-masoretischer Yokalis ation: so wurde z. B. 0 לאוכל ,^יבלder ל^כל nur deshalb in לאכול korrigiert, weil das Monatsschrift, 77י Jahrgang

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.