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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 416

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
Date
1933-01-01
Page
Seite 416 (sequence 4)
Language
German
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416 H. L. Ginsberg die ,,französische Version“1 des Scherira-Sendschreibens zählt — zur Verfügung, in welcher sowohl das Aram. wie auch das Hebr. ungefähr so aussieht wie in der Urschrift. Dadurch ist uns nicht nur eine weitere Quelle für die Erforschung des Babyl.-Hebr., sondern zugleich, was noch wichtiger ist, ein wertvolles Mittel zur Kontrolle des schon im Babyl. Talmud erhaltenen Hebr. geboten. 6. Ich glaube an Hand dieses Materials festgestellt zu haben, daß bei morphologischen und orthographischen Eigentümlichkeiten des Hebr. unserer Talmudausgaben nur dort an bewußte ,,Verbesserung“ zu denken ist — und auch da ist sie nicht ohne weiteres anzunehmen — wo seine Formen denen des Bibi. Hebr. naher stehen als die entsprechenden in anderen Texten. Eine Vorliebe für etymologische Schreibungen wie קריאה und ממלאין z. B. (gegenüber palästinisch ממלין,ק1י]דייה) ist demgemäß anders zu beurteilen als eine Vorliebe für רמאות ,הודאה ,אונאה ,הנאה usw. (im Gegensatz zu mischn - paläst. ,רמיות ,הונייה ,הנייד). Im ersteren Falle liegen späte vermeintliche Verbesserungen vor, im letzteren echte Babylonismen. Denn jene sind den Geonim nicht eigen, werden von ihnen jedenfalls nicht bevorzugt, diese dagegen treten bei denselben sogar konsequenter auf als im Talmud und bei den Rischonim. (7. Ähnlich wie die gaonäische Literatur für den Babli, können die älteren aggadischen Midraschim und solche Schriften wie das palästinische טריפות דאדץ ישראל, Tarbiz II C, 314—318, gewissermaßen als Kontrolle für die Sprache des Jeruschalmi dienen; die allerdings, abgesehen von R. Schelomo Serileos Text, erst in den nach der Venediger Ausgabe erschienenen Drucken in größerem Umfang absichtlich entstellt worden ist.) 8. Die auf diese Weise gesicherten gegenseitigen Eigentümlichkeiten der beiden Dialekte lassen sich unter sechs Hauptrubriken zusammenfassen: 1 Diese ist ohne Zweifel die ursprünglichere; s. I. Elbogen: Wie steht es um die zwei Rezensionen des Scherira-Briefes?; Festschrift zum 75 jährigen Bestehen des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckelscher Stiftung II. S. 61 ff.

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