Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829998-2838633--52267-2838681- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen 415 lieh sprachlich entstellt) vorliegt und handschriftengetreu (nicht ,,korrigiert“ und umbuchstabiert) herausgegeben worden ist. 4. Nun besitzen wir selbstverständlich auch von den Geonim fast keine1 Autographien, und es fragt sich: Gibt es überhaupt sprachlich und orthographisch zuverlässige gaonäische Texte, und welche? Immerhin spricht die Wahrscheinlichkeit dafür, daß weniger naheliegende Verschlimmbesserungen nicht in solchen Texten vorgenommen worden sind, in welchen die nächstliegenden ausgeblieben sind. In dem größten Teile des wissenschaftlich edierten gaonäischen Schrifttums ist also das Erhaltenbleiben solcher volkstümlicher Schreibungen wie ,(הילכך =) הולכך ,(אי =־) או ,(אזל=)אזא ג2(שאכלו =־) שאאכלו ,<#ש&יין»> שאשערן ,כםא=) כיסי ,ק נתתי] ית שמע אמיר ,אסיר =) אימיר ,א״סיד ,(זיל => זי) usw. der beste Bürge für die Zuverlässigkeit dieser Texte auch für Pieneschreibungen wie עודיף ,הוליך ,(בריא =־) בארי ,אביואריה ,יארע ,תאלי und für den urbabylonischen Charakter der Bildungen ,משנאות ,הוראה ,(הטייה =) המאה קרדום ,גזלן,תרוד (nicht קור׳,גור ,תור׳). 5. Uns steht also eine Fülle gaonäischen Stoffes — zu der auch 1 Vgl. jedoch S. Schechter, Saadyana S. 111 ff. und B. Lewin, (Beilagen zu) Iggeret B. Scherira Gaon S. 132 ff. Im ersteren Ball handelt es sich vermutlich um ein Autograph aus dem Kreise der palästinischen Geonim, die aber bekanntlich die Tradition des babylonischen (nicht des pal.) Talmuds fortsetzen: הכאה, Z. 38 des Schriftstücks, kann mithin als Bestätigung für den babyl.-dialektischen Charakter der Endung דאה" (gegenüber pal. ־יה) dienen (s. u.). Das von Lewin veröffentlichte Fragment dagegen, scheint das Original eines Briefes des babyl. Gaons Nehemiazu sein, enthält aber leider nur dialektisch gleichgültige Formen. 2 J. N. Epstein, Tarbiz I-A S. 71 Anm. 7. Nicht zwingend ist jedoch Lewins Annahme (Ginze Kedem IV S. 25, Anm. 4; Ozar ha-Geonim I S. 28 Anm. 1), die auch Epstein a. O. anführt, als stellte das א das spezifisch babylonische patah-segol dar. ש ist auch frühtiberisch; vgl. die von Epstein veröffentlichten ,,Terephoth de-Eres Jisrael“- und Jeruschalmifragmente (שכשכשה Tarbiz II-C, S. 317 Z. 4; שנישברה HI A, S., 18 Z. 14; שתעו s. 20 Z. 11) und noch im MT 2) ש_קמתי mal), Ri. 5:7; שאתה ebda 6:17; שלמה HLII:7 (unklar: יון£ Hi 1929). (Daß aber das א das segol schlechthin darstelle — L. Ginzberg, Geniza Studies in Memory of Doctor Solomon Schechter II, S. 587 — ist ausgeschlossen.)