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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 6 · p. Seite 414

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 6
Article
Zu den Dialekten des Talmudisch-Hebräischen
Date
1933-01-01
Page
Seite 414 (sequence 2)
Language
German
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414 H. L. Ginsberg Unterschiede, und zwar nur sofern sie in der Konsonantenschrift zum Ausdruck kommen, behandelt werden1. 3. Eine Schwierigkeit dieser Unternehmung besteht in der Tatsache, daß die ältesten erhaltengebliebenen Texte des viel״ studierten Babli schon durch eine lange Reihe von Händen gewandert sind. Die Befürchtung liegt also nahe, das Hebräisch des babylonischen Talmuds könnte inzwischen ebenso arg entartet sein, wie das des jetzt dem Talmud beigefügten Mischnatextes. Dies ist allerdings bis zu einem gewissen Grade der Fall: allein ich glaube, eine Scheidung des Korns von der Spreu ist noch immer möglich, und zwar, in der Hauptsache, durch Heranziehung der gaonäischen Literatur; insofern diese in ihrer ursprünglichen Fassung (nicht nur als Zitate bei den Rischonim oder augenschein- 1 Lautlich Babylonisches findet sich — neben lautlich Palästinischem — in Hülle und Fülle in der Tosephta und den tannaitischen Midraschim. Hier; können sie aber, im Gegensatz zu denMisehnaausgaben,z. T. auf babyl. Schlußredaktion beruhen. Denn, was die Tosephta anbelangt, so bietet auch die Zuckermandelsche Ausgabe — neben הואה, במל —!אדן usw. und was tann. Midraschim betrifft, so finden, wir bei D. Hoffmann, Mechilta de־Rabbi Simon b. Jochai, Z. 21, nach einem handschriftlichen Fragment dieser Mechilta, הודאה — S. 142 (2 mal); und ebenda S. 4 Z 27, nach der vom Herausgeber benutzten Midrasch liagGadol ־ Handschrift כלאה (für ל^יה?, so Mischnakodex Kaufmann), also, nach S. 13—15 unten, noch konsequentere babyl. Phonologie denn im BTalm. Ähnlich in Ginzbergs Fragment (der genannten Mechilta?), Genizah Studies etc. S. 346. Was aber die aggadischen Midraschim anbelangt (die ganz bestimmt nicht in Babylonien redigiert sind) so steht es außer Zweifel, daß mit ihnen genau so verfahren worden ist, wie mit der Mischna: sie sind allmählich künstlich babyionisiert und masoretisiert worden (s. u. S. 417 Anm. 2). Es ist unnütz, die Beweise hierfür aufzuzählen. Hier sei nur auf das lehrreiche Kapitel über Hss und Ausgaben des Bereschit Rabba bei Oh. Albeck, Einleitung und Register zum Bereschit Rabba, S. 104 ff., verwiesen. Bei Betrachtung des Stammbaumes ebenda S. 137 beachte man, daß der rechte Zweig, den Albeck auch aus inneren Gründen für den wertvolleren hält, ausschließlich aus Hss besteht, und zwar aus solchen, welche der Sprache nach rein pal. und (mit Ausnahme der in Spanien geschriebenen Epitome) der Herkunft nach orientalisch sind; während sämtliche, hsliche wie gedruckte, Vertreter des linken Zweiges letzten Endes auf eine europäische Vorlage zurückgehen, so daß ihre babyl. und tiberisch-masoretische Sprachfärbung ihnen eben unter dem Einfluß des BTalm und des MT der Bibel sekundär aufgepfroft ist.

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