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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 371

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Ein hebräischer Dichter des 15. Jahrhunderts
Date
1933-01-01
Page
Seite 371 (sequence 7)
Language
German
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Ein hebräischer Dichter.des 15. Jahrhunderts: Mose ben Joab 371 gungen seiner Umgebung aufzunehmen und durch seinen Gesang dem Leser fühlbar zu machen, vor allem eine Überwindung des mittelalterlichen Konventionalismus1, die besonders dort erscheint, wo er sich nicht an alte Vorbilder halten kann (z. B. in der Schilderung der Schicksalsschläge seiner Stadt), und ein Hauch modernen Geistes, den wir oft in seinen Versen verspüren (was selbstverständlich nicht ausschließt, daß er sich anderswo als einen einfachen Fortsetzer mittelalterlicher Gefühle und Gedanken zeigt), sind die wesentlichen persönlichen Züge, die in. seinem Diwan hervortreten. Die dichterische Gestalt des Mo§e ben Joab war keine isolierte: in seinem Diwan erwähnt er ziemlich viele andere Verfasser hebräischer Gedichte, mit denen er in Beziehung stand. Von einem, dem obenerwähnten Josef Zarfati, sind einige Dichtungen auf uns gekommen2; den Namen eines anderen, Jechiel da Rieti (Bl. 2b, 4a, 4b, 18a), finden wir in derselben Bodleianischen Handschrift 552, die uns auch Gedichte des Josef Zarfati erhalten hat, wieder3; ein dritter, Obadjah Finzi (Bl. 4b, vielleicht derselbe Obadjah, der ohne Familiennamen Bl. 2b, 4a, 17b erwähnt ist)* ist, soviel ich weiß, von anderswoher nicht bekannt; von wieder־ anderen finden wir bei Mo§e ben Joab nur den persönlichen Namen ohne den des Vaters und den der Familie, so daß jeder Versuch einer Identifizierung äußert fragwürdig bleibt. Es sind : ein Israel, dessen Gedichte auf verzweifelten Pessimismus gestimmt waren (BL 21a), ein Daniel (Bl. 24a), ein Abraham (Bl. 26b27^־a, 32a), ein Mo§e (Bl. 29a), und ein Levite (Bl. 28a, 29a), mit dem unser Dichter eine heftige Fehde wegen grammatischer Fragen hatte, und gegen den er ein scharfes Epigramm schleuderte. Vielleicht hat man in jenem Abraham und in jenem Daniel die beiden Söhne des Jizchaq da Pisa zu sehen, von denen der erstere uns wirklich als Verfasser verschiedener Dichtungen bekannt ist4. Jedenfalls zeugt diese verhältnismäßig bedeutende Anzahl von Pflegern der hebräischen Poesie im Freundes- und Bekannten- 1 Die Aiiklänge an biblische Stellen beschränken sich meist auf einzelne Vokabeln; der biblische Ausdruck wird gewöhnlich frei bearbeitet. 2 S. Ebrei a Eirenze, S. 348, und Encyclopaedia Judaica a. a. 0. 3 Neubauer, Catalogue, Sp. 109; Ebrei a Firenze, S. 349 bis 350. 4 Ebrei a Firenze, S. 348—349, und die dort angeführte Literatur. 24*

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