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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 370

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Ein hebräischer Dichter des 15. Jahrhunderts
Date
1933-01-01
Page
Seite 370 (sequence 6)
Language
German
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370 Umberto Cassuto. mannigfaltig im Inhalt. Die verschiedensten Gattungen sind darin vertreten, von der Elegie bis zur Satire, vom Liebesgedicht bis zum religiösen Hymnus, vom Epigramm bis zum Hochzeitsgedicht. , Es fehlen auch nicht Einleitungen in Reimprosa, die den Gedichten in der Absicht vorangestellt sind, deren Entstehungsumstände darzustellen, ein System, das, nicht ohne Parallelen in den romanischen Literaturen, häufig von den arabischen und hebräischen Dichtern befolgt ־wird, und dem insbesondere Immanuel sich beständig anschließt. In der Metrik hält sich Mo§e ben Joab gleichfalls an das Beispiel Immanuels. Auch er übernimmt die arabisch-hebräische quantitative Metrik, und auch er verfaßt hebräische Sonette, deren nach der quantitativen Metrik gebildete Verse der Silbenzahl und den Akzenten des italienischen Hendecasyllabus entsprechen, und deren Strophen- und Reimenschemen mit demjenigen des italienischen Sonetts übereinstimmen. Nicht selten hört man in seinen Worten einen unmittelbaren Nachhall von Ausdrücken Immanuels: die Zeile ידאו• כי כסילות לגבר לנבלו-ת z. B. erinnert ziemlich genau an ein Epigramm des römischen Dichters (Machb. 1, ed. Brody, S. 42), dessen erste Zeilen lauten: מעט ל)ט פרסות ומרך רכילות לאשת למעלת ולאיצו להפלות *•X 'T I T X X T I und dessen folgende Zeilen den Reim נבלות x סכלות bieten. Manchmal geht er so ־weit, Ausdrücke Immanuels fast wörtlich zu ,wiederholen: ein Gedicht zu Chanukka (Bl. 26a) beginnt er mit den Worten י1ם בא כסלו אדרה שלו, was nicht sehr verschieden yon dem Anfang eines Gedichts des Immanuel (Machb. 9, ed. Lernberg, BL 71a): בכסלו אדדת שלו lautet. Wir werden weiter unten sehen, wie eines seiner Gedichte sich vom Beginn bis zu Ende eng an einer Stelle Jedajah ha-Peninis anschließt, und wie er auch in seiner religiösen Poesie Motive und Formen seiner Vorgänger wiedergibt. Trotz dieser Abhängigkeit von seinen Vorgängern zeigt jedoch unser Dichter vielfach eine persönliche Eigenart. Ein Gefühl der innigen Traurigkeit, das auch durch seine heiteren Verse hindurchschimmert, eine eigentümliche Fähigkeit, die schmerzlichen Schwan-

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