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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 369

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Ein hebräischer Dichter des 15. Jahrhunderts
Date
1933-01-01
Page
Seite 369 (sequence 5)
Language
German
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Ein hebräischer Dichter des IS. Jahrhunderts: MoSe ben Joab 369 seinen Gedichten als Fremde und nicht als Verwandte erscheinen1. Seine Lebenszeit ergibt sich aus drei Dichtungen, die sich auf datierbare Ereignisse beziehen, und zwar auf die Plünderung von Prato 15122, auf den Tod des Josef Zarfati 15273 und auf die Belagerung von Florenz 1529—304. Seine Tätigkeit fällt also in die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts. Daß sein Aufenthaltsort Florenz war, geht klar aus dem Gedicht auf die Belagerung dieser Stadt hervor, auf Anspielungen auf in deren Nachbarschaft geschehene Ereignisse, wie die oben erwähnte Plünderung von Prato, sowie auch daraus, daß die von ihm genannten Personen aus seinem Kreise, soweit sie identifiziert werden können, sich alle als der Florentiner jüdischen Gemeinde zugehörig erweisen5. Mo§e ben Joab setzt die Richtung des Immanuel ha-Romi fort, und durch dies unmittelbare Vorbild verknüpft er sich mit den Dichtern der spanischen und der provenzalischen Schule. Inhalt und Form, Auswahl und Behandlung der Themen sind bei ihm fast immer dieselben als bei Immanuel. Wie der Diwan Immanuels und im allgemeinen die der mittelalterlichen Dichter erscheint auch der des Mo§e ben Joab sehr 1 Über die Familie Rieti s. mein Buch Gli Ebrei a Firenze S. 329 und die dort angeführte Literatur. Übrigens waren die Namen Mose und Joab ziemlich häufig unter den italienischen Juden. Ein anderer Mose ben Joab erscheint als Zeuge i. J. 1381 (cod. Casanat. 83, Bl. 7b; Sacerdote, Catalogo, S. 540); ein dritter war Rabbiner in Florenz und Verfasser von Bibelkommentaren und einer Predigtsammlung um die Mitte des 15. Jahrhunderte (Ebrei a Firenze, S. 249 ff.); ein Mose di Dattilo (= Joab) dell’ Aquila war Inhaber oder Teilhaber verschiedener Darlehensbanken in Toscana gegen Ende des 15. Jh. (Piccolomini-Mengozzi, II monte dei Paschi di Siena, 1, Siena 1891, S. 217; vgl. cod. Oxford 2244, Neubauer, Catal. Sp. 779). Ein Dattolo di maestro Moise (= Joab ben Mose) wird in einer Urkunde von 1292 erwähnt (Hebräische Bibliographie 21, S. 109). 2 Bl. 19a. 3 Bl. 6a (vielleicht ist der Josef von Bl. 24a mit ihm identisch). Über ihn s. Encyclopaedia Judaica 7, Sp. 74—75, und die dort angeführte Literatur. 4 S. weiter unten Nr. 1. 5 Z. B.: der oben erwähnte Salomo da Poggibonsi (s. u. Nr. 8); der eben genannte Josef Zarfati; Ismael da Rieti und Jizchaq da Rieti (über sie s. oben die bibliographischen Angaben zur Familie Rieti). Monatsschrift, 77. Jahrgang 24

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