Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Ein hebräischer Dichter des 15. Jahrhunderts
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829997-2838521--52202-2838590- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ein hebräischer Dichter des 15. Jahrhunderts: Mose ben Joab 367 läßt sich behaupten, daß eine ununterbrochene Kette Immanuel ha-Romi mit M. Ch. Luzzatto verbindet. In meiner soeben veröffentlichten Darstellung der Geschichte der nachbiblischen hebräischen Literatur* 1 habe ich diejenigen Schriftsteller erwähnt,, die, soweit bis jetzt bekannt, die wichtigsten Glieder dieser Kette bilden. Einen davon, über den ich schon an anderer Stelle einiges, mitgeteilt habe2, dessen Gedichte aber, von zwei geringen Ausnahmen abgesehen, noch nicht herausgegeben sind, möchte ich jetzt dem Leser näherbringen. Es ist der Verfasser eines Diwans, der in einer einzigen, jetzt in der Montefiore-Bibliothek am Jews' College in London aufbewahrten Handschrift (Nr. 366) auf uns gekommen ist. Diese am Anfang wahrscheinlich verstümmelte Handschrift bringt keinen Verfassernamen, und in Hirschfelds Katalog3 wird ihr Inhalt mit den Worten ,,secular poems by an unknown poet“ angegeben; es ist jedoch nicht unmöglich, den Namen des Verfassers und seines. Vaters festzustellen. Ein Gedicht Bl. 7b hat in den mittleren Versen das Akrostichon ,משד, und wenn auch in andern Gedichten unseres Autors durch das Akrostichon der Name des Adressaten bezeichnet wird (z. B. Bl. 7b Ende, מנחם; Bl. 30b—31a, יצחק; Bl. 31b ירדיטה, d. i. Giuditta, die italienische Form von Judith),, so ist doch dieses Gedicht an keine bestimmte Person gerichtet, so daß wir den im Akrostichon enthaltenen Namen für den des Verfassers ansehen müssen. Diese Vermutung empfängt eine entder Diwane Leon Modenas und Immanuel Frances, vorbereiteten Werk משירי ישראל באיטליה mitgeteilt, das verschiedene Proben der italienisch־ hebräischen Profandichtung enthalten wird. [ELorrektumachtrag: Jetzt•, erfahre ich, daß eine Anthologie der hebräischen Poesie der italienischen Juden von Dr. J. Schirmann vorbereitet wird•] 1 Encielopedia Italiana, s. v. Ebrei, Vol. XIII (1932), S. 359—■373; s. S. 368. Dieselbe Anschauung wurde von mir schon früher in meiner Besprechung des oben angeführten Werkes הספרות היפה בעברית in Leonardo, VI (1928), S. 308, angedeutet. 2 In meinem Buch Gli Ebrei a Firenze nelP etä dei Rinascimento, Florenz 1918, S. 320 ff. 3 JQR, Ser. 1, 14, S. 778. Ebd. 12, S. 139 denkt H. an die Möglichkeit, daß der Name des Verf. Salomo ist, weil in einem Gedicht Bl. 26a der Ausdruck שיר לשלמה mit Punkten versehen ist. In Wirklichkeit steht in dem Kodex שיר לשלומו, d. h. ,,ein Lied für seinen Frieden“, und die Punkte-, sollen nur die Anspielung anf die Bibelstelle Hohesl l1 zeigen.