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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 366

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Ein hebräischer Dichter des 15. Jahrhunderts
Date
1933-01-01
Page
Seite 366 (sequence 2)
Language
German
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366 Umberto Cassuto ditionell geworden1. Nur Klausner2 bestreitet mit guten Gründen, daß M. Ch. Luzzatto als moderner Geist betrachtet werden kann,, und sieht dagegen in den Dichtungen Naftali Herz Wesselys den Ursprung der neuen Strömungen. Ich möchte weder Luzzattonoch Wessely noch sonst einer einzelnen Persönlichkeit diese Ehre zuschreiben. Die moderne Literatur in der Sprache der Bibel entsteht nicht auf einmal, sondern bereitet sich in einem langen Zeitraum vor; nicht einer Revolution, sondern einer Evolution verdankt sie ihre Existenz. Zwischen der mittelalterlichen und der modernen Literatur besteht keine Kluft; diese entwickelt sich allmählich aus jener in einem ununterbrochenen Prozeß, der sich besonders in Italien, und zwar unter dem beständigen Einflüsse der italienischen Literatur3, abspielt. Wessely kam mit der literarischen Tätigkeit der italienischen Juden durch seinen Auf־־ enthalt in Amsterdam, wo die Erinnerung an M. Ch. Luzzatto noch lebendig und sein Einfluß noch wirksam war, und durch seine Be- .Ziehungen zu Italien und italienisch-hebräischen Schriftstellern4 in Berührung; er setzte sie fort in seinen Werken, und lenkte durch sein Beispiel in dieselbe Richtung die aschkenasische Judenheit, die Dank ihrer jugendlich kraftvollen Energien die üppige Blüte des 19. Jahrhunderts und unserer Tage hervorbringen durfte. Die Geschichte der hebräischen Literatur in Italien kann zur Zeit noch nicht geschrieben werden, weil die Texte größtenteils noch in den Handschriftensammlungen aller Bibliotheken der Welt verstreut sind und des Herausgebers harren5; aber schon jetzt 1 Lachower, תולדדת הספרות העברית החדשה, l.^Tel-Aviv 1928, S. VI, 5—49; ebenso (הספרות היפה בעברית (המקורית והמתורגמת) מר׳ משה היים לוצטו עד היום הזה (תפ״ט־-תרפי׳ו, Jerusalem 1927, S. VI; S. Ginzburg, The Life and Works of Moses Hayyim Luzzatto, Founder of Modern Hebrew Literatur, Philadelphia 1931, S. III—IV, 8, 9—10, 15, 21, 22—23, 103, 112, 115, 117, 118, 121, 122—123. 2 1 ,היסטוריה של הספרות העברית החדשה, Jerusalem 1930, S. 1—3; s. a. Klausners frühere Schriften (seit 1900), zitiert ebd. S. 3, Anm. 1. 3 Für Italien kann man durchaus nicht mit Ginzburg (S. 4) behaupten: there was no poetry, no secular literature, no drama. Luzzatto ist kein Neuschöpfer. 4 Bivkind in Freidus-Gedenkschrift, New York 1929, hebr, T., S. 138—139. 5 Nach Niederschrift dieses Aufsatzes ist mir dank der Freundlichkeit des Verf. die Einleitung zu dem von Dr. S. Bernstein, dem Herausgeber

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