Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 16)
- Language
- German
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- Isaiah 3× ep/1005097
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354 A. Kamin ka so wenig befriedigend, daß die unsrige eine sicherlich, näherliegende Erklärung bietet. Es darf auch nicht etwa ein Akrostichon zu Bedenken gegen das frühe Alter der Schrift Anlaß geben. Die alphabetischen Psalmen (die alle vorexi lisch sind) und Klagelieder sind älter. Es besteht ferner die Vermutung (s. meinen ,,Le Prophete Isaie“, Paris 1925, S. 79), daß bereits Jesaja l2-5 das Akrostichon des Autors שטיה (Abkürzung von ישעיהו wie חוקיה von יחזקיהו) enthält, wobei V. 5 (ע) ursprünglich nach ש stand und V. 2 aus diesemGrundeDt 32! (das, wie nachgewiesen, die ältere Quelle ist) stilistisch umstellt. Wir hätten sonach in der Grundschrift nicht nur das älteste Apokryphon, sondern die älteste sich an die prophetische und psalmistische Literatur anlehnende Schrift, die durch Sprache und Inhalt (u. a. auch durch Anlehnungen an Jesaja, Habakuk, Psalmen, Hiob) von außerordentlicher literarhistorischer Bedeutung ist. Sie ist verloren gegangen, weil sie in den Kanon nicht aufgenommen wurde,' Spuren einer Tradition über den Verfasser lassen sich jedoch noch finden. An die Seite Jeremias (neben Esra?) als elegischer Dichter gestellt findet er sich in der äthiopischen Liturgie. In den von J. Halevy herausgegebenen Gebeten der Falaschas kommt der Satz vor: Jesaja war in seinen Reden erhaben über alle Pro״ pheten, Jeremias, Sohn des Hilkia, der Priester, und der Prophet עזרא וסתואל sahen (sah?) Visionen; als die Stadt fiel und die Kinder Zions ins Exil gingen, weinte(n) und trauerte(n) sie (er)1. Halevy bemerkt zu ״ :וסתואלWir haben nie von einem solchen Propheten gehört". Das ist jedoch unser Schaltiel, griech. ZaXadtfjX. Dementsprechend ist auch hier Esra ein Fehler für Assir, beide Namen bezeichnen eine Person (Esra lebte ja auch nicht, als die Stadt fiel). Als weitere Spur mag die überschwengliche Verehrung gelten, die dem Grabe des mit ihm verwechselten Esra in Babylonien gezollt wurde. Der Priester Esra war ja nach Palästina gezogen (Josephus berichtet, Ant. XI 5, 5, daß er in Jerusalem bestattet wurde), das von Wundersagen umgebene Grab unweit Susa, dem Juda Alcharisi die 35. Pforte seines Tachkernoni und zwei Ge- 1 Prieres des Fal&shas, גדס Juifs d’Abyssinie, par J. Halevy, Paris 1877. S. 22.