Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 13)
- Language
- German
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Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse 351 nach, dem Fall der Stadt“ als Fiktion behandelt. Der brennende Schmerz über die Verbannung erscheint in der fürstlichen Familie am natürlichsten. Es wird dadurch auch die exzeptionelle Stellung verständlich, die er (1240f) unter den Gefangenen einnimmt. Er kann wirklich sein Buch mit den Worten eingeleitet haben: הלעזים לחרבן העיר הייתי כבבל אני* #אלתיאל הוא א&ר Die Herausgeber der Vulgata haben den ihnen rätselhaft erschienenen Namen (zumal nach Verbindung der Schrift mit den vorangehenden unechten zwei Kapiteln) weggelassen, aber er ist in den Hss_ sowie in der syr., arab., äthiop. und armen. Version genügend bezeugt. Die Zusammensetzung des ganzen Buches läßt sich (abgesehen, von kleinen Interpolationen) im Wesentlichen folgendermaßen darstellen: 1. Grundschrift von Schaltiel, um 556 v. Ch. gedichtet, hauptsächlich in 3—10, aber auch in einem Teil von 12 und 14 enthalten. 2. Der Rahmen der Adler-Vision (das Motiv des brüllenden Löwen für die Stimme Gottes ist aus Arnos 13, Hos 1110 entlehnt) ist aus persischer Zeit. Die drei Köpfe, von denen der zweite am längsten die Herrschaft behält, können Darius II Nothos, Artaxerxes II Mnemon (404—359 v. Ch.) und Arta-׳ xerxes III Ochus (359—338) sein; in die Zeit des letztgenannten Herrschers fallen die großen Kriegswirren, von denen im Buche die Rede ist. Die zahlreichen Flügel und Nebenflügel sind kleinere asiatische Fürsten und Satrapen.. 3. Die Vision vom Herrscher, der aus dem Meere zu den Wolken emporsteigt, ist aus der Zeit Alexanders des Großen. Die erwähnten späteren Interpolationen (in meiner hebiv Rückübersetzung eingeklammert) reichen bis in das 4. Jh. n. Ch. herab. Daß Schaltiel neben dem Schicksal seines Volkes Fragen des Menschenlebens überhaupt, das Los der Gerechten auf Erden (wie Jer 12, Ps 25, Ps 37 u. a.) und das Ende der Zeiten (wie Ezechiel und Zacharias, zwischen denen er steht) zu Gegenständen seiner Meditationen macht, ist ganz im Rahmen des geistigem Lebens der Exulanten-Ge mein de.