Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 12)
- Language
- German
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350 A. Kaminka fallen“ heißen kann, und vom hebr.הכרת stammen)1. Aber inhaltlich: befinden sich Stücke, die spätere Mythen und eschatologische Wunder enthalten, in einem offenkundigen Kontrast zu anderen. Stücken, die einfache dichterische Gedanken im klassischen biblischen Stile bieten. 20. Unhaltbar ist auch James' Vermutung, daß Pseudo- Philos ,,Antiquitates biblicäe“ als eine Quelle für die Esra- Apokalypse betrachtet werden könnten. Es sind allerdings zahlreiche Ausdrücke im lateinischen Text beider Werke verwandt, aber daraus könnte man nur schließen, daß ein gleicher Übersetzer beide Werke aus dem Griechischen übertragen habe. Auch Violet (der meine vielen Gründe für das hohe Alter der Apokalypse noch nicht kannte) ist der Meinung (II, 1924, S. XLVIII), daß ein sicheres Urteil sich noch nicht bilden lasse. Keinesfalls kann davon die Rede sein, daß unser Verfasser von den Antiquitäten beeinflußt sei. Man beachte z. B. die Engelnamen in jenem Werke: Ingethel,. Engel der Geheimnisse; Phadael; Nathaniel, Engel des Feuers; Ceruiel (praepositus super virtutem)2. Keinen dieser künstlichen Namen kennt Esra, nur Uriel als Engel des Lichtes und Rachmiel,, der sich der Seelen annimmt (s. o. 1932, S. 500). Esra 850-64 hat Anklänge an die Worte Gottes nach der Flut in Ant. bibl.: ,,Tune quiescet lumen ... et vivificabo mortuos . .; et extinguetur mors et infernus claudet os suum.“ Aber hätte der Verfasser der Apokalypse diese Schrift gekannt, so hätte er doch nicht diese Worte als an sich gerichtet anführen können. Ps-Philo legt: auch kein Gewicht auf Opfer (ganz im Geiste der Pharisäer nach Hillel), während bei Esra der Tempel und die Opfer noch als unersetzlich erscheinen. Aus den obigen vielen und verschiedenartigen Gründen darf die richtig entdeckte Spur des wirklichen Verfassers, Assir- Schaltiel, Sohn des Königs Jechonja, nicht dadurch verwischt werden, daß man die klare Datierung ,,in Babylon, im 30. Jahre 1 Dom Donatien de Bruyne (Rom) hatte die Güte, meine Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß die von ihm jetzt edierten altlat. Texte der Makkabäerbücher zu II Makk 334 dtyavek efevovxo ebenfalls ,,nusquam. comparuerunt“ haben. Aber dort läßt sich der Ausdruck, ebenso wie: Jud 1321 auf יספוג להראד״ zurückführen. 2 Ed. Basil. 1527, fol. ’ 15 a, 39 b, 43 b.