Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 349

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1933-01-01
Page
Seite 349 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829991-2829997-2838519--52181-2838572
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse 349 S. 167—169) befaßt. Er kam der Wahrheit nahe, indem er auf L Chron 317 hinwies: ,,Und die Söhne des Jechonja, Assir und S a 1 a t h i e 1, s e i n Soh n“, dazu aus der arabischen Version (Gildemeister) die Form des Namens El-Useir, nach einzelnen Mss. El Assir zitierte und die rabbinische Legende über die Identität beider Namen kurz erwähnte. Er zog aber aus dieser Entdeckung die unrichtige Schlußfolgerung, die Identifikation der beiden Namen wäre von dem mehrere Jahrhunderte später lebenden Verfasser auf Grund des Namens Assir an die Spitze des Buches gestellt worden. Er hätte sich bei der Wahl des historischen Namens Schaltiel von der Erwägung bestimmen lassen, daß jener Fürst einen zweiten Namen hatte, ,,nicht unähnlich“ dem des Esra1. Das ist aber ganz unmöglich. Aus dem hebräischen Assir (אפר) konnte wohl später in Übersetzungen durch falsche Vokalisierung Esra (אסדא) werden, aber ein hebräischer Autor konnte die so ganz verschieden gesprochenen und geschriebenen Namen אפר und ■עור־א nicht für ähnlich halten. 19. Ein fernerer Irrtum dieses englischen Gelehrten ist es, daß nur der Name Schaltiel daran Schuld sei, daß man das Buch für ein aus verschiedenen Teilen zusammengesetztes Werk hielt2. In Wirklichkeit ergibt sich die Verschiedenheit der Teile aus einer genauen Betrachtung des Inhaltes, unabhängig von der Überschrift. Ich möchte jetzt meine auf Grund der lateinischen Überlieferung (MGWJ 1932, S. 123) gemachten Bemerkungen, daß in Kap. 11—12 manche Ausdrücke nicht aus dem Hebräischen stammen können, im Hinblick auf die syrische Version nicht als allein entscheidend ansehen. Denn der Syrer ‘‘(bei Ceriani, Monumenta sacra) hat z. B. für eontrariae pennae גפא דקדקא וקטיכא; für das häufige non apparere : דנתחבלא (beides kann auf d<pavc£ea&at zurückgehen, das sowohl ,,unsichtbar werden“ als ,,der Vernichtung anheim- 1 ,,He was guided in his choice by the fact that his personage had a second name, not very unlike that of Esra.“ Die rabbinische Stelle über die Identität beider Namen (Assir sei eine Hindeutung auf die Geburt in der Gefangenschaft) ist b. Sanh. 37 b; auch Epiphanius, De XII gemmis, kennt die Überlieferung. 2 Journ. of Theolog. Studies, ib.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.