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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 347

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1933-01-01
Page
Seite 347 (sequence 9)
Language
German
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Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse 347 hundert v. Chr; hätte er ein sehr kühner Rationalist sein müssen, um den damals bereits verbreiteten volkstümlichen Gedanken an physische Höllenstrafen so zu deuten und zu idealisieren. Es muß daher angenommen werden, daß er diese vulgären Vor- Stellungen hoch nicht kennt. Das von ihm erwähnte Umherschweifen der sündigen Seelen kommt auch bei Plato vor (Phaidon p. 81): dvayxd^OMrat nlaväa&at. 15. Einzelne Stellen, welche von ungewöhnlichen Zeichen und Wundern der Endzeit im Stile späterer Apokalypsen reden, wie 56-8, ö21-22, 726-44, und Mythen wie 649-52 lassen sich leicht als Interpolationen erkennen. So ist z. B. 745 die natürliche Fortsetzung,~ von 725. Der ursprüngliche Text bezieht sich auf das Schicksal der Juden in Babylonien und es schließen sich daran Betrachtungen über das Los der Gerechten in der Welt. Die Gedanken gehen nicht über die Jeremias* und Ezechiels hinaus, und die *eschatologischen Vorstellungen sind nur denjenigen von Joel und Zacharias verwandt. 16. Daß es in Babylonien, wahrscheinlich aus der Exilszeit, ganz alte hebräische Rollen messianischen Inhaltes gegeben hat, geht aus b. Sanh. 97 b hervor: ,,R. Chanan (od. Anan) b. Tachlifa ließ R. Joseph melden: Ich habe einen Mann kennen gelernt, der eine Rolle in assyrischer Schrift in h e b r. Sprache besaß. Auf meine Frage, woher er sie habe, erzählte er, er habe im persischen (römischen) Heere als Söldner gedient und sie unter den persischen (römischen) Schätzen gefunden. Es stehe darin: Nach 4291 Jahren der Weltschöpfung werde die Welt aufhören, es werden Kämpfe der See-Ungeheuer, Kämpfe von Gog und Magog stattfinden und Zeiten des Messias kommen, Gott werde die Welt aber erst nach 7000 Jahren erneuern.<C1 1?מצאתי אדם אחד ובידו מגלה אחת כתובה אשורית ולשון הקדש, אמרתי לו זר מנין לך אמר לי לה׳ייילות של פרם [רומי] בשכרתי ובין גנזי פרם ןרומי] מצאתיה וכתוב בה לאחד * " י- העולם יתום וב'. In den ältesten Drucken und in Hss. ist רומי zu lesen- Es handelt sich sonach um die römischen Heere, die in Mesopotamien Kriege führten und dort Schätze erbeuteten. Wenn von ihnen derartige Rollen wie unsere Apokalypse nach Rom gebracht wurden und dort von Juden in zahlreichen Abschriften billig verkauft wurden, so mag die lat. Übersetzung eine selbständige sein und ein Licht fällt auf Juvenals Satire VI, 546: ״aere minuto — Qualiacumque v 0.1. es Judaei somnia vendun t.“

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