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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 346

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
Date
1933-01-01
Page
Seite 346 (sequence 8)
Language
German
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346׳ A. Kaminka 11. Der Dichter fastet dreimal je eine volle siebentägige Woche (513, 635), nicht so. wie־ bei Daniel 102t3, wo nur von Trauer und Vermeiden besonderer Genüsse die Rede ist, und wo man ,,drei Wochen“ als einen ungefähren Zeitraum, vielleicht mit Unterbrechung an den Sabbaten verstehen kann. Hier fastet Esra je volle 7 Tage. Nun ist schon nach dem Buch der Jubiläen 5012 das Fasten am Sabbat streng verboten. Von Judith wird ausdrücklich angeführt, daß sie ihre Fasttage mit Ausnahme des Sabbats hielt. Wenn das Verbot auch nicht allgemeine Geltung gehabt hätte (später kommt es auch im Talmud vor), so hätte der sich kasteiende Prophet, wenn es zu seiner Zeit schon irgendwo Bestand, sich eine Umgehung desselben nicht erlaubt. Das Buch muß also älter sein als das Jubiläen-Buch, welches seinerseits durch das daneben genannte strenge Verbot des Kriegführens am Sabbat sich als vormakkabäisch kennzeichnet. 12. Die Setzung der 10 Stämme (1340-47) in den Mittelpunkt des Erlösungswerkes ist ein deutliches Merkmal des sehr hohen Alters der Schrift. Schon Daniel widmet ihnen keine Erwähnung mehr. In der römischen Kaiserzeit hielt ein Mann wie Rabbi Akiba sie für endgültig verloren. R. Simon b. Jochai meinte, daß, wenn sie Buße tun sollten, sie zurückkehren würden. Amoräer des 4. Jahrhunderts suchten nur nach Gründen dafür, w a r u m die zehn Stämme untergegangen sind. Ihre Rückführung als hauptsächliche Aufgabe des Erlösers konnte nur einem Autor vorschweben, der zeitlich von Jesaja (2713) und Ezechiel (3716-22, 4713) nicht zu entfernt war. 13. In die Nähe Ezechiels führt auch der Gedanke 7102105־, daß jeder für seine Sünden zu büßen hat und es keine Fürbitte für das Heil Anderer, auch nicht der Verstorbenen gebe. Schon zur Zeit der Makkabäer war man anderer Ansicht, da Juda, II. Makk 1242, für die Sünden der Gefallenen Gebete verrichtet. In der tannaitischen Zeit war es selbstverständlich, daß man für das Seelenheil Verstorbener bete, wie es R. Meir für seinen Lehrer und seinen Vater tat. Unser Verfasser weiß nur von den Beispielen aus uralter Zeit. 14. Der Autor kennt noch nicht die räumliche Differenzierung der 7 Höllenabteilungen. Er spricht (780f.) nur von einer siebenfachen Wehmut, Zerknirschung und Reue. Schon im 1. Jahr-

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