Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 344 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829997-2838519--52176-2838567- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
344 A. Kaminka Eratosthenes (275—195 v. Chr.) waren wissenschaftliche geographische Karten auch in Vorderasien bekannt, nach denen sich alle Gebildeten genauere Vorstellungen von der Welt machen konnten. 9. Daß Barnabas, Anfang des zweiten Jahrhunderts, Stellen aus dem Buche zitiert; mehr noch, daß Clemens von Alexandrien (ein Zeitgenosse des R. Jehuda Hanassi) den Vers 535 ausdrücklich mit den Worten anführt: *Eadpac b 7rpo<p7]TYj<z Xiyet*1 zeigt klar, daß die Schrift im Zeitalter der Tannaim bereits als die eines Propheten bekannt und ins Griechische übersetzt war. Wir haben außerdem (oben III) wenigstens mit einiger Wahrscheinlichkeit festgestellt, daß 846 schon von H i 11 e 1 (um 100 Jahre vor der Tempelzerstörung, 30 v. Chr.) als eine Art Orakelspruch zitiert wird. 10. Die Vision vom Berge 136 läßt vermuten, daß der Autor dieses Kapitels, obwohl es vielleicht zu den jüngeren gehört, vor Daniel geschrieben hat. Denn das ,,Heraushauen eines großen Berges“ durch den mit den Wolken fliegenden Menschen (sibimet ipsi sculpserat montem magnum) ist nur hier ein in die Erzählung ganz hineinpassendes Bild, da der Erlöser hoch auf dem Berge erscheinen soll (Jes 409, 527) und er dann heruntersteigt, um ein Heer des Friedens heranzurufen. Bei Daniel aber (245) ist der Berg für den Ursprung des Steines nicht notwendig (er fehlt auch 2^4); der Stein konnte ebensogut von einer unsichtbaren Hand geschleudert werden oder vom Himmel fallen, und die Loslösung desselben, אחנזרת (cf. גורד׳ Ez 412 von einem Bau) erscheint als eine Entlehnung aus der Esra-Vision2. Hier wird der Ausdruck wiederholt 137 ,,unde sculptus esset mons“\ 1336 (als Bild für das fertig wiedererscheinende Zion) ,,montem sculpsit sine manibus.{< Daraus ist einerseits bei Daniel ךלא בידלן für den Stein, andererseits die in der rabbinischen Agada und ebenso Marc 1458 vorkommende Verheißung einer Wiedererbauung des Tempels ohne Menschenhand entstanden, d/etpotrjT0v ohodopyoa), in der Apokal. Joh 212 auf das neue Jerusalem 1 Strom. III, 16, 100. Vgl. auch Matth 247-8 und IV. Esra 133l. 2 Es wurde dies von mir bereits MGWJ 1930, 337 bei Besprechung von Charles’ Daniel-Kommentar erwähnt.