Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtextes
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 5)
- Language
- German
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Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse 343 lange vorher auf dem Lande lastete1. Aber sicher konnte zur Römerzeit nicht über den Verlust der heiligen Lade (1022) geklagt ״werden, da diese seit der eisten Tempelzerstörung überhaupt nicht an ihren Platz zurückgelangt war2. Es waren verschiedene Meinungen darüber, ob sie nach Babylonien verschleppt oder an einer geheimen Stelle vergraben war3. 7. Der Ausdruck Altissimus, S^ötoc, ליון? für Gott, der zumeist im Buche angewendet wird, lehnt sich an die häufige Anwendung dieser Bezeichnung in den alten poetischen Schriften, besonders in den Psalmen an4. Schon die Septuaginta gebraucht die Umschreibung Kyrios, das erste Makkabäerbuch ,,Himmel", ebenso die Mischna, die Schriftgelehrten des ersten vorchr. Jahrh., sagten daneben גהמק1ם später sagte man dafür 5הקבדה. Der Verfasser unserer Schrift zeigt auch dadurch, daß er einer älteren, der ־vorexilischen nahen Zeit angehört6. 8. Die primitive Vorstellung des Verfassers von der Erd- Oberfläche, von der er die Wasserfläche für y7 hält (642, 647), weist auf eine Zeit hin, die hinter Herodot (484—425 v. Chr.) zurückliegt. Dieser hat bereits eine zutreffendere Vorstellung von der weiten Ausdehnung der Meere gehabt, und der Autor unserer Apokalypse, der viel über Welt und Völker nachgedacht, viel gereist ist (333) und naturwissenschaftlich sehr, interessiert erscheint (z. B. 536 f.), muß die ihm erreichbaren geographischen Nachrichten besessen haben. Schon die rabbinische Tradition schätzt die Gesamtfläche der Meere auf % der bewohnten Erde. Seit 1 Z. f. w. Th. 1860, 64; bei Hilgenfeld, Messias Jud. zum griech. Text, S. 80. 2 Darauf hat auch schon A. Merx hingewiesen; Hilgenf., ib. S. 79. Vgl. M. Schekalim I, 1; b. Joma 53 b. 3 Nach II. Makk 25 wurde schon durch Jeremias die Lade in einer Höhle aufbewahrt, deren Eingang verstopft wurde. 4 Auch noch bei Sirach, wie 2318-23? 242499 ,422 ,414-8 ,3834 י. Von neueren Übersetzern (wie B. Ryssel bei Kautzsch) wurde mitunter in unzulässiger Weise für Gott (Kyrios, 4329*3147 גn) die unsichere Umschrift des Tetragrammatons gesetzt. 6 A. Marmorstein, The old rabbinical doctrine of God, Oxford 1927, ist (S. 92) der Ansicht, daß הביק1ם bereits auf Simon d. Gerechten, 300 v. Chr. zurückgehe. * Eine ähnliche Erwägung betr. die^Gottesnamen muß (nebst anderen Gründen) auch zur Ablehnung von Torreys Hypothese über Ezechiel führen.