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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 5 · p. Seite 335

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 5
Article
Beiträge zum Fall Mortara (1858)
Date
1933-01-01
Page
Seite 335 (sequence 15)
Language
German
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Beiträge zum Fall Mortara 335' zufassen, und sich daher darauf beschränkt hatte, dieselben mit dem übliehen Dank dem Botschafter zurückzuschicken, ohne mit einem Wort auf den Inhalt einzugehen oder auch nur zu erwähnen, ob er dem Papst davon Kenntnis gegeben habe oder nicht. Hierauf hatte der Herzog von Gramont Seiner Heiligkeit die persönlichen Vorstellungen gemacht. Dergleichen sind zwar auch von anderen katholischen Vertretern, allerdings aber in Form von Bitten um Belehrung, bei dem Papste eingebracht und gut aufgenommen worden. Daß aber dem Herzog von Gramont die von ihm geschehenen Schritte, nicht verziehen werden, liegt, abgesehen von der Form, die er vielleicht seinen Vorstellungen gegeben und von dem Eindruck der verletzenden Sprache jener Instructionen besonders in dem Umstand, daß er den Papst gleichsam zu überraschen gesucht hat, indem er ohne den Cardinal zu benachrichtigen und unangemeldet in Seiner Heiligkeit Arbeitszimmer gleichsam einged rungen ist, und dadurch die hier so strenge beobachtete Etikette verletzt hat. Die Stellung des römischen Botschafters wird daher als eine falsche und gefährdete angesehen. Was die nach einem scheinbaren Frieden von dem Univers wieder aufgenommene Polemik in der Sache betrifft, so versichert man mich, daß Seine Heiligkeit selbst dem Herrn Veuillot1■ brieflich für die Haltung seines Blattes seinen Dank ausgesprochen hatte. Dieser Dank scheint Herrn Veuillot zu erneuertem Streite ermutigt zu haben. Charakteristisch ist die Antwort, welche der Papst einem ihn um Aufklärung über den zwischen dem kanonischen und natürlichen Gesetz (den Banden des Blutes) anscheinend herrschenden Widerspruch bittenden Katholiken gegeben hat. Der Papst hat achselzuckend gesagt: ״sono vicario, ma non Segretario di Christo.“ Rom, den 7. December 1858. XIII. Der preußische Außenminister an von Gundlaeh. Berlin, 3. Januar 1859. E. etc. ist es vermutlich durch die Zeitungen bekannt geworden, daß die Synagogengemeinden des preußischen Staates sich mit einem Gesuch an Sr. Kgl. Hoheit den Prinzregenten gewandt hätten, sich bei Sr. Heiligkeit dem Papste für die Zurückgabe des Knaben Edgar Mortara an seine Eltern zu verwenden. Die hierauf denselben im allerhöchsten Aufträge durch mich ertheilte Antwort, welche in Übereinstimmung mit dem in meinem Erlasse vom 28. November ausgesprochenen Grundsätzen steht, übersende ich E. E. in anliegender Abschrift zur Kenntnis und hierzu zugleich Abschrift der Petition2. 1 Eugene Veuillot, berühmter Journalist, der die ultramontane Politik eifrig unterstützte. Näheres bei Delaconture. 2 Vgl. Anhang XV und XVI.

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