Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 4)
- Language
- German
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Besprechungen 311 existiert hat. Es ist daher nicht an den Tempel gebunden, d. h.״ wenn man es auch im. jerusalemitischen Tempel gefeiert hat, so ist es kein Opfer, wie sie täglich oder zu einer gewissen Zeit im Tempel selbst dargebracht wurden. Es ist daher unabhängig von dem Tempel und kann also bis auf den heutigen Tag immer weiter gefeiert werden. Wenn sie es ״korban“ nennen, so ist das der immer gebrauchte Ausdruck bei den Arabern z. B. für den korban beiram und bezeichnet nur die Schlachtung eines Tieres zu einem Festmahle. Man kann daher nicht von einem ,,Blutritus“ sprechen, •wie der Verfasser ihn eingehend behandelt (s. S. 89 ff.) und glaubt, daraus weitere Schlüsse ziehen zu dürfen. Auf meine Anfrage, warum zu bestimmten Zeiten der Eingang der Zelte mit dem Blute besprengt wurde und zu andern nicht, und welche Bewandtnis es habe, erhielt ich die entscheidende Antwort, es sei überhaupt kein ,,Ritual“, es ist nicht vorgeschrieben, es ist nur דוכרן, eine Erinnerung an den Vorgang in Aegypten, und in den Jahren, wo es nicht getan wurde, war der Grund dafür einfach der, daß die Zelte ihnen nicht gehörten; sie hatten sie sich von den Mohamedanern in Sichern geborgt und konnten sie nicht beflecken. . Nun komme ich auf die sog. ,,erste und zweite Verbrennung“ und auf den sog. ,,medbah“, welcher dem Verfasser als ״Altar“ erscheint. Es ist einfach eine Grube, die mit Steinen umgeben ist, die aber nicht die unbehauenen Steine des Altars von Ex. 20 sein sollen, sondern die Steine, -die sich auf dem Berge Garizim selbst finden, dienen nur als eine feste Unterlage für die schweren Kessel, in welchen das Wasser heiß gemacht wird, mit dem die Lämmer nachher gebrüht werden, um ihnen die Wolle zu nehmen. Ein Altar ist wirklich nicht der Platz, auf welchen man Kessel stellt, um Wasser heiß zu machen! Nachdem die Schafe ausgeweidet sind, werden diejenigen inneren Teile herausgenommen, deren Genuß dem Laien verboten ist, sie wurden daher im Tempel auf dem Altäre verbrannt; aber hier handelt es sich garnicht darum, sondern das Blut, das von den geschlachteten Tieren auf den Rasen geflossen ist, die Eingeweide und alles, was nicht genossen werden darf, wird dort hinein geworfen; um es zu vernichten. Wenn Pinhas es in blumenreicher Sprache als ״Duft des Wohl- Gefallens an Gott“ bezeichnet, so ist dies gewiß nicht wörtlich zu nehmen. ,In keiner der samaritanischen Schriften findet sich dieser Ausdruck, und es fällt niemandem ein, dabei etwa an Opfer zu denken. Es ist nur ein ,Wegschaffen ־— nichts anderes: Ein Altar aber ist doch keine Grube.;Dagegen wird alles, was mit dem Lamm in Berührung kam,, in die andere Feuergru.be geworfen, wo die Lämmer selbst gebraten wurden, zweifellos im Zusammenhang mit der Vorschrift in EXODUS. So wenig wie man dieses .als ,,Opfer“ bezeichnet, darf man das andere als Opfer ansehen. ■ Das Salzen der Lämmer vor dem Braten hat auch nichts mit der Vorschrift .in Leviticus zu tun, die das Bestreuen jedes Opfers mit Salz verlangt, es dient — wie die Samaritaner mitteilen —■einfach um das Fleisch schmack- Jhaft zu machen, und ist erst in jüngstei! Zeit, von ihnen eingeführt. Man -muß sich .eben davor, hüten, in;rdiesen VorgänganJrgend^elcheWorschriften