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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 310

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1933-01-01
Page
Seite 310 (sequence 3)
Language
German
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310 Besprechungen fasser dadurch zu begründen, daß die Feier eben nicht im Tempel sich vollzieht und auch nach der Zerstörung des Tempels weiter fortdauerte, während sie bei den Juden mit der Zerstörung des Tempels aufgehört hat. Für ihn gilt auch als Anfang der samaritanischen Passah-Feier die Erzählung in Esra und Nehemia, die m. E. stets völlig falsch aufgefaßt wird. Wenn sich aber die Samaritaner von den Juden erst zur Zeit des Esra getrennt haben, wie kommt es dann, daß sie das Passah in der vordeüteronomischen Form feiern, wenn zu der Zeit ihrer Loslösung das Deuteronomium schon einen Bestandteil der Bibel ausmachte, und wie kamen die Samaritaner dann dazu, die Vorschrift dort nicht zu beachten? Die Sache scheint sich aber anders zu verhalten. Denn die Samaritaner sind doch nur die Nachfolger der alten israelitischen Bewohner des Nordens und setzen daher die Beobachtung der alten Vorschriften in der von ihnen gewohnten Weise fort. Es ist also selbstverständlich, daß sie jedenfalls das Passah nicht im Tempel von Jerusalem feierten, und daß ihre Tradition eben die alte ist, die aber von ihnen anders gedeutet und gepflegt wurde. Auf einige unsichere Angaben in den Schriften der Samaritaner, daß zu einigen Zeiten an verschiedenen Plätzen Samarias das Passah-Fest gefeiert worden ist, kann man kein großes Gewicht legen. Tatsache ist es ja, daß sie auf den Tempelberg hinaufzogen und dort an der Stätte des alten Tempels das Passah in eben der Weise feierten, wie man es im Tempel zu Jerusalem getan hat. In alten Texten findet man auch, daß die Samaritaner soweit sie nur konnten, von Aegypten im Süden bis nach Damaskus im Norden stets am Passah sich in Sichern eingefunden haben. Wenn nun, wie Prof. Welsch behauptet, Deuteronomium der älteste Teil des Pentateuch sein soll und es die ,,Bibel der Kinder Israel“ gewesen sein sollte, dann ändert sich das Bild überhaupt. Es sei denn, daß man es so auffaßt, daß die Samaritaner in alter Zeit wie heute glauben, das Passah auf dem heiligen Berge zu feiern. Darin aber stimme ich mit dem Verfasser überein, daß der ganze Vorgang uralt ist, und man kann auch nicht bezweifeln, daß die Samaritaner bis auf den heutigen Tag stets in Sichern gewohnt und dort nach den Vorschriften ihrer Religion gelebt haben. Das ist eine prinzipielle Frage, über die man sich erst auseinandersetzen muß, wenn man über einige der Schwierigkeiten in dem Buche hinwegkommen will, denn sonst hat der Verfasser — wie schon bemerkt. — in ausgezeichneter Weise die Feier beschrieben und stets unter Berufung auf die alten und neuen Quellen und auf das, was er selbst erlebt und untersucht hat. Ich komme nun auf einige Punkte in der Behandlung dieser Passah- Feier, auf die der Verfasser großes Gewicht zu legen scheint. Da ist erstens der sog. ,,Blutritus“. Es muß zunächst festgestellt werden, daß für die Samaritaner'das Schlachten des Passah-Lammes keinen sakralen Charakter hat. Wenn sie das Lamm schlachten und es in der Weise. vorbereiten und verzehren, wie es der Verfasser selbst gesehen hat, so betrachten sie den Ritus nicht als ,,Opfer“, sondern als;Erfüllung einer Vorschrift, die schon in. Aegypten gegeben wurde,; als0 lange bev.or. ein. Zelt oder ,ein -,-Tempel

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