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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 312

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1933-01-01
Page
Seite 312 (sequence 5)
Language
German
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312 Besprechungen zu finden, die das Passah - Lamm als religiöses Opfer bezeichnen. Wenn ich von diesen Punkten absehe, so ist das Buch, wie schon bemerkt, die beste Beschreibung dieser Passah-Feier und kann jedem Forscher aufs wärmste empfohlen werden, der sich für die Tradition der Samaritaner interessiert. M. Gaster. Meyer Waxman: A History of Jewish Literature, Volume 1. From the Glose of the Canon to the End of the Twelfth Century. Bloch, New York. Waxman bietet eine ziemlich vollständige Darstellung von den Apokryphen und Pseudepigraphen an. Er behandelt jedes Werk im einzelnen nach Inhalt, Zweck und Entstehungszeit. Dann skizziert er die Ent- Wicklung der Halacha und ihrer literarischen Denkmäler, der Mischna und des Talmuds, sowie ihre Ergänzung, die ethisch-religiöse Haggada und die Midraschim. Hierauf wendet er sich der Entfaltung der philosophischen Spekulation, der Poesie und der Philologie zu. Er schließt mit einer Geschichte der Mystik. Der Verfasser kennt die jüdische Literatur nicht nur: er liebt sie, und seine echte Begeisterung gibt dem Buch besonderen Reiz. Klar und interessant beschreibt er die Entwicklung der apokalyptischen Literatur, die entstand, um nationalistische Hoffnungen zu erfüllen, aber zuletzt denationalisiert worden ist. Einleuchtend und überzeugend sind die Be- Handlung der Liturgie und Raschis. Die Erörterung der mittelalterlichen jüdischen Philosophie, welche das Spezialfach des Autors bildet, ist tief, ohne pedantisch zu sein. Einige Lücken und Fehler möchten wir aufzeigen, damit sie in den folgenden Ausgaben beseitigt werden können. Das Grundproblem einer Geschichte der jüdischen Literatur ist das der Anordnung des Stoffes. Waxman erklärt, daß in dieser Hinsicht zwei Methoden anwendbar waren, ,,the Chronologie one, or that of treating each branch of literature separately“ (Vorrede). Nun können wir nicht umhin zu glauben, daß die Wahl der letzteren Methode unglücklich war. Abrahams erklärt, daß jeder Literaturzweig vom Standpunkte der Perioden, der Länder und der Einflüsse behandelt werden kann, erkennt aber aie Gefahr an, welche die pedantische und ausschließliche Befolgung eines einzigen Systems mit sich bringt; daher versucht er in seiner History of Jewish Literature — ebenso wie Karpeles — eine Synthese aller dieser Methoden zu schaffen. Diese Anordnung des Stoffes erscheint weit besser, als die unseres Verfassers. Die Isolierung der Geschichte der hebräischen Poesie oder der jüdischen Philosophie oder der Bibelexegese ist Aufgabe der Monographien; in einer allgemeinen Geschichte der jüdischen Literatur müssen sämtliche Zweige zusammengefügt werden, damit ein einheitlicher Eindruck gewonnen wird. So gibt es Studien über die englische Komödie oder das Sonett oder den realistischen Roman; in einer allgemeinen Geschichte der englischen Literatur aber wird Shakespeare als eine Einheit

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