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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 309

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1933-01-01
Page
Seite 309 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen 309 ritanisch-arabischen Literatur, die er auf Schritt und Tritt zitiert. Durch 48 Lichtbilder wird dem Leser hier der ganze Vorgang anschaulich gemacht, von dem Plane des Tempelberges, wo die Feier sich abspielt, bis zur Verbrennung der Ueberreste. Auf diese Lichtbilder folgt nun eine eingehende Untersuchung der Passah-Feier, die mit einer erfreulich kritischen Uebersicht über die Literatur beginnt. — Darauf folgt eine Schilderung der Geschichte der Passah-Feier auf dem Berge Garizim. Es handelt sich darum, festzustellen, seit wie lange die Samaritaner dort dieses Passah feiern. Die wirklich historisch verläßlichen Angaben fangen erst mit Benjamin von Tudela an. Der Verfasser zeigt, wie die Samaritaner von Freund und Feind behandelt wurden, und wie sie erst seit der türkischen -Herrschaft frei auf dem Berge Garizim ihr Passah feiern konnten. Was vorher geschah, muß Hypothese bleiben, aber die Literatur der Samaritaner selbst zeugt davon, daß sie von uralter Zeit an unbedingt daran festgehalten und so oft es ihnen möglich war, auf dem Berge selbst die Feier begangen haben. Waren sie daran verhindert, so haben sie sie wahrschein־ lieh im Vorhof der kinsha gehalten. Die Angaben über die Feier und über den ganzen Vorgang finden sich sehr ausführlich schon in den älteren Werken der samaritanischen Literatur. Nicht nur wissen Markah und vielleicht ,Amram Dara im 3. und 4. Jahrhundert davon, sondern auch Abu ’I Hassan es-Suri in seinem Tabah Mnadscha aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. Bis in die neue Zeit wird nach den gleichen Vorschriften das Passah-Lamm geschlachtet und die Feier begangen. Der Verfasser legt nun ausführlich dar, daß sich in diesen Werken die alten Traditionen vielleicht seit Jahrtausenden unverändert erhalten haben. Auf das Alter der Schriften kommt es nicht an. Denn diese haben nichts frei erfunden, sondern nur genau geschildert, was die Verfasser selbst erlebt hatten oder was ihnen recht und heilig war. Es kommt auch nicht darauf an, ob die Feier auf dem Berge Garizim seihst stattfand oder manchmal auch in den Häusern oder, wenn dazu gezwungen, in der kinsha. Das eine steht dem Verfasser fest, daß die Tradition seit uralter Zeit unverändert geblieben ist. Es liegt auch nichts vor, was die Samaritaner hätte bewegen können, sie zu ändern; sie folgen genau der Vorschrift, wie sie sich in der Bibel findet; und manches, was der Verfasser mißverstanden zu haben scheint, wird sich um so leichter erklären lassen, wenn man sich an die Vorschriften der Bibel erinnert. Nun steht der Verfasser auf dem Standpunkt der höheren Bibelkritik; und für ihn ist Deuteronomium das zur Zeit von Josia entdeckte Buch, wo die Vorschrift lautet, daß das Passah im Tempel gefeiert werden solle und nicht anderswo, während der Bericht in Exodus eigentlich drei verschiedenen Dokumenten zugehört, wovon eines der sogenannte Priesterkodex ist. An einer Stelle setzt der Verfasser auch voraus, daß die Vorschrift dort von Esra oder in Esras Zeit eingeschoben worden sei. Die Art, wie die Samaritaner das Passah feiern, soll vordeuteronomisch sein, also der Zeit vor der Regierung des Josia angehören. Das sucht der Ver-

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