Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 307 bestätigt, daß neben dem siebenarmigen Leuchter auch solche mit mehr oder weniger Armen Vorkommen. Lulab und Ethrog, Horn (Schofar), Thorarolle und Thoraschrein gehören ebenfalls in diese Reihe. Den Delphinen weist Lietzmann rein dekorative Bedeutung zu. Die Löwen am Thoraschrein sind ein altes Symbol, das sich bis in die Gegenwart erhalten hat. Es geht auf Gen 499 zurück, ebenso wie die S. 22,'Anm. 2 erwähnten Adler auf Ex 204. Sonne, Mond und Sterne in Verbindung mit dem Thoraschrein sind nicht eschatologisch, sondern unter Bezug« nähme auf den Midrasch zu verstehen. Aber alle diese bildlichen Dar- Stellungen haben zweifellos sehr frühzeitig rein dekorativen Charakter oder höchstens allgemein-symbolische Bedeutung erhalten. Von den 68 Inschriften und Inschriftenfragmenten der Katakombe sind 5 lateinisch, alle anderen griechisch. Das entspricht den anderen jüdischen Katakomben in Rom und der gesamten Entwicklung, die das Lateinische erstsehrspät zur allgemeinen Geltung brachte. Das Hebräische, das sich auf Inschriften in anderen Katakomben gelegentlich in einzelnen Worten findet, fehlt hier gänzlich. Nr. 13 ist die Deutung ai&tjixrj(; ־=־. 657]17ץ7ן}<; wahrscheinlich. Es dürfte Entsprechung des hebräischen מורה דרך sein, aber Paribenis Frage, in welchem Sinne Wegweiser oder Wegführer, ist damit nicht beantwortet. Verfehlt ist, die עשרה בטלנים zur Deutung der Zehntschaft heranzuziehen; sie haben niemals irgend eine Körperschaft gebildet. Im übrigen fehlt der Anfang der Zeile, so daß die Zehntschaft zweifelhaft ist. Nr. 31. Die vorgeschlagene Ergänzung ist möglich, .aber ebenso wäre denkbar, statt r\ xal zu ergänzen In diesem Falle würde TopYdvic: wie an anderen Stellen Männername sein. Nr. 44 ist wohl xpoo7jXuxo<; zu %azpo$ und EiouBea (,Iotöala) zu |x7jxpo<; zu ziehen. Damit löst sich die doppelte Schwierigkeit des sinnlosen Nebeneinander von EiouBea’IaSpa־qktxY)<;, und dieses ohne Parallele dastehende ,Iaäpaiqkrnjc bekommt einen vernünftigen und zweckvollen Sinn. Demnach ist Eipyjvr] die Tochter eines zum Judentum übergetretenen Vaters und einer von Geburt, jüdischen Mutter. Das Kind selbst wird als israelitisch bezeichnet. Oder sollte der Zusatz Israelitin vielleicht gar besagen, daß der Vater erst nach der Geburt des Kindes zum Judentum übergetreten ist? Meiner Vermutung stehen allerdings die Nominative Ttpoa^Xoxoc; und EiouBsa entgegen. Aber bei der Nachlässigkeit dieser Inschriften ist das allein kein ausschlaggebendes Argument. Die Sarkophage und deren Bruchstücke in der Katakombe ent« stammen sämtlich heidnischer Bildhauerei. Die sorgfältige Beschreibung von Fräulein Gütschow und die vorzüglichen Reproduktionen sind außerordentlich dankenswert. Auch diese Katakombe bestätigt wieder, daß die römischen Juden der Kaiserzeit in Bezug auf bildliche Darstellung auch von Menschen keine religiösen Skrupeln hatten. Die Zeit der Anlegung und Benutzung der Katakombe ist durch gefundene: Ziegelstempel ziemlich genau festzustellen. Der jüngere‘Nordfl.ügel ist nicht später als 2. oder Anfang des 3. Jahrhunderts, die selb- 20*