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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 308

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1933-01-01
Page
Seite 308 (sequence 3)
Language
German
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308 Besprechungen ständig entstandene Katakombenanlage mit ihren Malereien stammt spätestens aus dem 3. Jahrhundert. Für die ältesten Teile der Katakombe haben wir somit das 1. und 2, nachchristliche Jahrhundert anzusetzen. Für die Bearbeitung und die außerordentlich schön ausgestattete Veröffentlichung gebührt den Verfassern und Herausgebern uneingeschränkter Dank. Hermann Vogelstein. D. Dr. Joachim Jeremias: Die Passahfeier der Samaritaner und ihre Bedeutung für das Verständnis der alttestamentlichen Pass ah Überlieferung. Mit 48 Abbildungen. Alfred Toepelmann, Gießen 1932. 8°. 109 S. Seit kurzer Zeit ist die Aufmerksamkeit der Gelehrten mehr und mehr auf die Samaritaner gerichtet. Während man in älterer Zeit sich mehr mit der Frage der samaritanischen Bibel beschäftigt hat und die Untersuchung ihres Verhältnisses zum masoretischen Text bzw. zur Septuaginta Hauptaufgabe zu sein schien, beschäftigt man sich jetzt viel eingehender mit der seit einiger Zeit entdeckten samaritanischen arabischen Literatur überhaupt und mit den Ueberresten der alten samaritanischen Tradition und Gebräuchen. Eine umfangreiche Liturgie ist 1909 erschienen, und auch ich habe seitdem manches darüber veröffentlicht, was bisher unbekannt war. Außer mit der samaritanischen Bibel hat man sich seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts auch mit der Passahfeier der Samaritaner beschäftigt. /Jährlich am 14. Nissan steigen die Samaritaner auf den Berg Garizim, um dort auf dem Platze, an dem sie glauben, daß die dort aufgehäuften großen Blöcke Reste der Altäre Adams und des Patriarchen seien, das Passah-Lamm zu schlachten, in Gegenwart der ganzen Gemeinde ohne Ausnahme, Männer, Frauen und Kinder, und sie verzehren es nach den Vorschriften, die sich in Ex. 12 finden. Dieser Vorgang hat viele Reisende angelockt und die Zahl der fremden Besucher scheint von Jahr zu Jahr zu steigen. Natürlich ist auch die Zahl der Beschreibungen seit der Zeit mehr und mehr gewachsen, manche von geschickten, andere von minder geschickten Zuschauern, aber soviel ich weiß, ist bis jetzt noch keine von jüdischer Seite erschienen. Die Beschäftigung mit dieser Passah-Feier hat für die Christen einen besonderen Reiz, denn wissentlich oder unwissentlich erinnern sie sich dabei an das Letzte Mahl und behandeln sie auch stets von diesem Gesichtspunkt aus. Es ist mir bisher keine Beschreibung dieser Passah-Feier in die Hände gekommen, in der nicht direkt oder indirekt Anklänge an das Letzte Mahl durchschimmern. Dieser Gedanke beherrscht auch bis zu einem gewissen Grade die gegenwärtige Schrift, die sich aber sonst in jeder Beziehung von den anderen durch ihre wissenschaftliche Gründlichkeit und die eingehende Behandlung des Stoffes aus zeichnet. Der Verfasser ist vielleicht der erste, der nicht nur die große Literatur sämtlicher derartiger Beschreibungen wie auch die sonstige einschlägige Literatur eingehend benutzt hat; er zeigt auch ausgezeichnete Kenntnisse der sama-

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