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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 304

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
Samaritanisches
Date
1933-01-01
Page
Seite 304 (sequence 5)
Language
German
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304 B. Heller und M. Gaster IV. Araber und Samaritaner. Von M. G a s t e r. Heller befaßt sich oben, S. 61 ff. in seinen Ausführungen über den ״schwebenden Sarg‘6, vor allem mit der, Tradition, die sich in dem von mir herausgegebenen samaritanischen ,,Asatir“ findet, sowie mit Pitron und dem Auszuge aus Mschalma. Er kommt zu dem überraschenden Ergebnis, daß der Asatir aus arabischen Quellen geschöpft hat, und daß das Werk dem 9. Jahrhundert angehört. Aber wer mit der Literatur der Samaritaner einigermaßen bekannt ist, weiß ganz genau, daß außer dem Targum, welches aus sehr alter Zeit stammt, und den Texten von Markah aus dem 3. und 4. Jahrhundert kein samaritanisches Werk existiert, bis im 14. Jahrhundert die Samaritaner wieder anfangen zu schreiben, jedoch in ganz anderer, von hebräischen Formen ganz durchsetzter Sprache. Diese hehräischen Formen sind nicht erst damals in die samaritanische Sprache ein״ gedrungen, sie gehören vielmehr einer früheren Zeit an; sie schließen sich ganz genau an die Formen an, die wir aus dem Targum im samaritanischen Pentateuch kennen. Die Sprache des Asatir ist jedoch so altertümlich, daß die modernen Samaritaner trotz der Gelehrsamkeit, die manche unter ihnen besitzen, manches darin auch nicht mehr verstehen. In einer Handschrift, die wahrscheinlich dem 17. Jahrhundert angehört, und welche ich als Grundlage der Herausgabe meines Textes benutzt habe, hat schon ein alter Eigentümer es für nötig befunden, arabische Glossen einzufügen, um so dem Leser oder sich selbst eine klare Übersicht des Textes zu ermöglichen. ־ Überhaupt überschätzt Prof. Heller den Einfluß der Araber auf die Juden und Samaritaner. Seit einiger Zeit hat sich bei unseren Gelehrten die Neigung eingebürgert, aus Parallelen in der arabischen und der jüdischen Literatur die Abhängigkeit der Juden von den Arabern zu folgern. Man vergißt, daß unser Midrasch 500, wenn nicht 800 Jahre älter ist als das Auftreten Mohammeds und daß die Araber seiner Zeit ganz ungebildet waren; sie hatten keine Schrift und keine Literatur mit Ausnahme einiger weniger Gedichte, die der mündlichen Tradition angehören, aber nicht schriftlich aufgezeichnet waren. Was Mohammed aus der biblischen Geschichte kannte, verdankte er zunächst den Juden und Samaritanern, die in Arabien gelebt haben, vielleicht zum Teil auch den Christen, mit denen er auf seinen Reisen nach Syrien in Berührung kam. Als die Araber auf ihren Feldzügen nach Palästina und Syrien kamen, fanden sie dort eine reiche Literatur vor, und sie haben mit allem Eifer das aufgesaugt und sich in ihrer Weise angeeignet, was sie nur irgendwie finden konnten; bis in spätere Zeit läßt sich dieser Einfluß nicht arabischer Literatur auf die Araber verfolgen. Man darf z. B. auf die griechische Literatur verweisen, die durch Honain u. a. aus dem Syrischen in das Arabische übersetzt wurde; noch viele andere Werke sind aus fremden Sprachen ins Arabische übersetzt und so in den arabischen Kulturkreis hineingezogen worden. Perles seiner Zeit, vor vielen Jahren, und auch ich haben die jüdischen

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