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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 295

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Buchdruckes und der Zensur bei den Juden in Polen
Date
1933-01-01
Page
Seite 295 (sequence 23)
Language
German
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Zur Geschichte des Buchdruckes und der Zensur bei den Juden in Polen 295 hätten sie und würden sie jederzeit jede Spur von Rationalismus bekämpfen. Der letztere ,,stamme immer von Leuten, die nur ihr eigenes Interesse im. Auge hätten, oder vom weltlichen Prinzip, das weder mit der Religion noch mit der glückseligen Grundlage der monarchistischen Ordnung, die einer reinen Religion entströme und die festen Pfeiler des menschlichen Glücks und Friedens bilde, zu vereinen sei“. Wie schon erwähnt, war man in Rußland bemüht, dem Eindringen der revolutionären Ideen durch Bekämpfung des Rationalismus einen Damm zu setzen. Dies wußten die Warschauer Zensoren auch, und darum waren sie selbstverständlich bemüht, diesen Strömungen Rechnung zu tragen. Übrigens war es bei Tugendhold weniger Diensteifer als eigene Überzeugung. 5. Im j. 1851 fielen die Zollschranken zwischen Kongreßpolen und Rußland, die nach dem Aufstande von 1831 sehr verschärft worden waren. Der Einfuhr polnischer Waren nach Rußland stand jetzt nichts mehr im Wege. Auch für jüdische Bücher existierte der bisherige Zollsatz nicht mehr. In Rußland waren, wie schon früher bemerkt, seit 1836 die jüdischen Druckereien monopolisiert; auf 2 herabgesetzt und diese verpachtet. Die Pachtsumme wurde mit 1y2 Kop. pro Druckbogen berechnet, wobei man sie in eine jährlich zu zahlende Pauschalsumme umlegte. Selbstverständlich lastete diese Pachtsumme auf dem Betriebe und verteuerte die jüdischen Bücher. Nach der Aufhebung der Zollschranken konnten also die polnischen Druckereien, die mit solchen Abgaben nicht belastet waren, mit den russischen konkurrieren/ Die Besitzer der letzteren Druckereien, die Brüder Schapiro aus Zitomir und Rubin Rom aus Wilna ersuchten darum die Regierung, sie möge die polnischen Drucker.eien schließen, bis man dort dieselben Verhältnisse wie in Rußland eingeführt habe1. Um ihnen den schon erlittenen Schaden zu vergüten, sollte ihnen die Zinspacht für 3 Jahre erlassen werden. 1 Die Druckereien in Zitomir und Wilna waren gemäß der Yer- Ordnung vom J. 1845 (Levanda. 532) den Brüdern Schapiro und Rom auf je 12 Jahre• in Pacht gegeben worden, (von 1846 bezw. 1847 an. gerechnet), wobei für die erstere 4350 Rb. jährlich, für die letztere .227.4.Rh. zu zahlen war. (Tugendhold-Akten I; auch für das weitere, inwiefern :nichts anderes angegeben ist.)

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