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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Buchdruckes und der Zensur bei den Juden in Polen
Date
1933-01-01
Page
Seite 292 (sequence 20)
Language
German
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292 B. Weinryb ließ es aber nicht an Bemühungen fehlen und es gelang ihr Ende der 40 er Jahre eine Genehmigung füi eine neue Auflage des ״Netibot Olam“, bei Weglassung mehrerer Stellen, bei der Regierung zu erlangen1. 4. Die Ereignisse des Jahres 1848 riefen die Angst vor dem ,,Gespenst einer Revolution‘‘ in Rußland wach und hatten eine verschärfte Ueberwachung des Druckwesens und eine systematische Beschäftigung der Regierungskreise mit den Angelegenheiten der Zensur zur Folge2. Die jüdischen Zensurangelegenheiten wurden der durch das Gesetz vom J. 1848 gegründeten Rabbinerkommission in Petersburg3 und einem speziellen dort neu zu gründenden Zensurkomitee übergeben4. Zur Beratung über das Projekt dieses neuen Zensurkomitees wurden die jüdischen Zensoren aus Rußland und Polen 1852 nach Petersburg gerufen. Hier sollten sie sich den Regierungsorganen wie der dort tagenden Rabbinerkommission gegenüber zu diesem Plane äußern. Die Warschauer Zensoren faßten noch vor ihrer Reise untereinander Beschlüsse, die sie teilweise den Behörden mitteilten. In einem solchen Schreiben meinen sie, ,,wenn das Projekt der Rabbinerkommission weniger streng sein würde, als das vom Warschauer Zensurkomitee empfohlene, würde sich die Regierung bald von seiner Minder- Wertigkeit überzeugen; würde es aber strenger sein, dann würden sie sich keine Kritik über die strengen Weisungen, die durch die geistigen jüdischen Führer vorgeschrieben würden, erlauben“. Die Warschauer Zensoren gaben 1 E. M. Frenk: Mesumodim in Polen. I. 1923 S. 106 ff. 2 Rußkaja Starina. 1903 H. 3 S. 137; 1904 H. 1 S. 209. 3 Über diese vgl. Evrejskaja Enciklopedia XIII, 234. 4 Das Zensurkomitee in Petersburg sollte alle Fragen der jüdischen Zensur in Rußland wie im Zartum Polen beraten. Dieses neuzugründende Komitee sollte nach dem Projekt direkt dem Ministerium für Bildung unterstehen und seinerseits die jüdischen Zensoren mit Weisungen über ihre Tätigkeit versehen, in zweifelhaften Fällen aber die entscheidende Stimme haben. Es sollte die Entwicklung der jüdischen Literatur verfolgen, Listen der verbotenen und erlaubten Bücher zusammenstellen ,und überhaupt auf die Tätigkeit der Zensoren achten. Das Komitee sollte aus einem Vorsitzenden und 3 Mitgliedern bestehen, unter denen ein Christ sein mußte, der mit der hebräischen Sprache und dem Talmud vertraut war. Den Zensoren sollte auch noch ein von der Rabbinerkommission ausgearbeitetes Projekt der Zensur vorgelegt werden.

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