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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 275

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Buchdruckes und der Zensur bei den Juden in Polen
Date
1933-01-01
Page
Seite 275 (sequence 3)
Language
German
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Zur Geschichte des Buchdruckes und der Zensur bei den Juden in Polen 275 Jahre hindurch nur noch ab und zu ein Buch zu veröffentlichen. Die Ent- Wicklung der Druckerei kann man auch aus der Zahl der Setzer und der anderen Arbeiter, die am Schlüsse der Bücher erwähnt sind, ersehen. Während im J. 1784 (2 (שושנת עמקים) 1785 ,3 (הנהגת האדם und im J. 1788• (6 (שו״ת שמן רוקח genannt sind, werden im J. 1806 (8 (בית שמואל aufgeführt. In der ,,Koeniglichen u. d. Röpublique privilegierten Druckerey Jüdischer Bücher von Johann Anton Krüger“ wie sich die Druckerei oft auf den Titelblättern nennt1, wurden Bücher aller Art gedruckt (Gebetbücher, Rabbinica, Chassidica etc.); es wurde sogar ein Versuch gemacht, den Talmud herauszugeben. Dagegen druckte Krüger in Korec fast nur Chassidica. . Derselbe Krüger suchte noch eine dritte Druckerei in Polen zu gründen. 1794 veröffentlichte eine von ihm gegründete Druckerei in Wengrow 1 Buch und im nächsten Jahre 2 Bücher. Weitere Drucke aus Wengrow sind nicht bekannt2. Anscheinend wurde diese Neugründung durch den Aufschwung der Nowydworer Druckerei in diesem J. 1794 (8 Neuerscheinungen) verursacht3. Die Zeit und die Wirren während der dritten Teilung Polens waren aber nicht gerade günstig für eine Weiterentwicklung der Krügerschen Druckereien. Außerdem erwuchsen ihnen Konkurrenzen in der Druckerei von Zawadzki in 1Warschau, die vom J. 1796 ab hebräische Bücher zu drucken begann4 und in den jüdischen Druckereien Preußens, hauptsächlich in Dyhernfurth, nachdem diese Teile Polens nach der dritten Teilung Preußen zugefallen waren. 1 Manchmal steht auf den ׳litelblättern nur mit hebräischen Buchstaben ,,Privileg. Druck, von Joh. Ant. Krüger“. Der größte Teil der Bücher hat noch einen Aufdruck in Form eines runden Stempels mit den Buchstaben JAK, zuweilen mit einer Krone darüber. 2 Es ist aber möglich, daß bei der in den 20er und 30er Jahren erfolgten Abstempelung einige vernichtet worden sind. * Um diese Zeit spielte ein Jude, Baruch b. Zebi Hirsch, die Rolle eines Unternehmers oder Verwalters in den Druckereien Krügers. 1794 (מאמר האחדות) wird ברוך במוהר״ר צבי הירש ז״ל in Nowydwor genannt. Der gleiche figuriert auch auf den Wengrower Drucken. (Auf אבקת רוכל wird angegeben במצות והוצאות ע״י התורני הראש הנגיד ״ . ברוך במוהר״ר צבי הירש ד-ל.) Dieser Baruch b. Zebi Hirsch scheint der frühere Setzer aus Nowydwor zu sein, der aus Korec stammte und anscheinend der Sohn des ersten dortigen Druckers war, der einstmals dort wie in Olexinec und Schklow Druckereien eröffnet hatte. (Tauber a. a. O. S. 302.) 4 Vgl. B. Friedberg: Die hebräischen Druckereien in Warschau in: Jüdisches Archiv I, H. 11/12» 1928, S. 10. 18•

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