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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 4 · p. Seite 274

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 4
Article
Zur Geschichte des Buchdruckes und der Zensur bei den Juden in Polen
Date
1933-01-01
Page
Seite 274 (sequence 2)
Language
German
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B. Weinryb 274 östlichen Randgebieten Polens (Ukraine) eine Reihe kleiner jüdischer Druckereien (Oleksynice, Korec u.a.), die solche Literatur druckten1. Auch die merkantilistische Politik des letzten polnischen Königs begünstigte die Entstehung jüdischer Druckereien im Lande. Um ,,den Abfluß des Geldes ins Ausland einzudämmen“, erteilte der polnische König Stanislaus August im J. 1776 seinem.Handelskommissanten und Silberlieferanten für die königliche Münzschlägerei Leiser Isaakowicz aus Krotoschin mitsamt seinem Schwiegersohn Jonas Jakobowicz eine Konzession zur Gründung einer Druckerei und zur Einfuhr hebräischer Bücher aus dem Auslande. Durch die Einkünfte aus dieser Einfuhr sollte nämlich das erforderliche Kapital für die Druckerei, die auf dem Gute des Königs, Gol^dzinöw in Praga bei Warschau, entstehen sollte, gedeckt werden. Leiser begann nun Gesellschafter mit Geld für seine Druckerei zu suchen und ließ die Teilnahmebedingungen, versehen mit Empfehlungen dreier Rabbiner, veröffentlichen. Anscheinend waren aber, keine Finanzleute für das Unternehmen aufzutreiben, obwohl er sich noch bis 1779 eifrigst darum bemühte2. Voii der anderen Seite hatten die Stempelgebühr auf jüdische inländische und ausländische Bücher (1 Silbergroschen pro Buch) und die Kontrolle der Bücherbestände, die in den Jahren 1776 und 1780 durchgeführt worden war, das Interesse für die jüdische Bücher- Produktion verstärkt. Der Warschauer Drucker und Buchhändler Du Four erwirkte sich im J. 1780 ein Privileg zur Gründung einer jüdischen Druckerei, in dem ein Verbot für die Einfuhr ausländischer jüdischer Bücher vorgesehen war, falls Du Fours Druckerei imstande sein würde, die nötigen Bücher zu liefern3 4. Das Privileg des Du Four hat dann der Adelige Johann Anton'Krüger übernommen, der im }. 1781 eine jüdische Druckerei in Nowydwor neben Warschau, ein Jahr später eine solche auch in Korec^ eröffnete. . 1.781 brachte seine Druckerei in Nowydwor 1־ Buch heraus und im nächsten Jahre schon 7. Von da ab erscheinen in manchen Jahren einzelne, in anderen wieder mehrere Bücher in seiner Druckerei. 1805 nimmt sie einen gewissen Aufschwung (9 Erscheinungen)5, um vom J. 1809 an einige 1 ::;־ Genaueres darüber bei Borovoj a. a. O. 2 Einzelheiten bei Balaban a. a. 0. S. 22—26; Levin in: S. B. 1:180. Über .die Bemühungen desselben Leiser Isaakowicz um die Pacht der Stempelgebühr auf jüd.;Bücher vgl• jetzt Ringelblumen Jiwobleter V, 124 ff. 8 Vgl. Ringelblum in: Jiwobleter IV, S. 150 f. 4 Über die Druckerei in Korec vgl. Tauber a. a. O. 302 f. *;•; *:Außer.den bei Friedberg angeführten Drucken sind noch erschienen: קב הישר (Kirjath Sephcr IX 437),.הוי שודד und אהל יצחק.

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