Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen 231 als Lucianisch bezeichnet wird, von I. Sam. bis zum I. Makkabäerbuch; die heiligen Schriften las er wohl in einem Exemplar des Tempels), daneben kennt er auch den Midrasch und hat in gewissem Sinne auch Bedeutung für die Halaclia; sie ist für ihn von Interesse, weil er nicht allein Apologet des Volkes, sondern auch seines Gesetzes sein will. Parallel hierzu steht das sechste Kapitel, das J. und das Hellenentum behandelt. Der Verfasser behauptet, daß J. erst in Rom die griechische Sprache kennen gelernt habe, daß er sich daher, um ein flüssiges griechisches Werk zu schreiben, bestimmt sprachlicher Helfer bedienen mußte. Denen glaubt Thackeray auf die Finger blicken zu können. Im bellum sieht er guten atheistischen Stil; der Wortschatz der Altertümerließe eine genaue Trennung nach den Mitarbeitern zu; ant. 14, 108 beginne eine neue Quelle, die bis in das 17. Buch hineinreiche und eine andere Quelle ordentlich plagiiert habe; im 18. Buche, da lateinische Quellen einsetzen, ändere sich Stil und Sprache. Vergils Aeneis, Sallu'sts Gatilina, die Tragödien des Sophokles und Euripides beein- Bussen das Sprachbild; dafür werden ganz bestechende Beispiele gebracht, aus welchen man sogar in zweifelhaften Fällen den Text sichern kann. J. erlaube sich um so eher dies zu benutzen, da nach seiner Meinung Plato und die großen Philosophen doch nur, Schüler des Moses gewesen seien. Das sechste und letzte Kapitel über ,,J. und das Christentum“ gilt vornehmlich dem Zeugnis über Christus, das seit Jahrzehnten nicht mehr zur Ruhe kommen kann. Die kurze historische Uebersicht (Schürer, Iiarnack, Norden, Berendtes, Grass, Eisler) dient der Orientierung. Christus und die Bewegung um ihn kann dem J. nicht unbekannt geblieben sein; wie der Abschnitt über Johannes den Täufer allgemein für echt gehalten wird, so müsse es auch vom Zeugnis über Christus gelten; es stehe in allen Handschriften, es wird schon bei Eusebius und sonst aus J. zitiert;es paßt sich sprachlich den umliegenden Abschnitten an; man könne nur sagen, daß es durch die christliche Zensur tendenziös überarbeitet sei.; Im allgemeinen werden die Forscher durch die Vorliebe für den Autor, mit dem sie sich viel abgeben, zu einer .zu günstigen; Beurteilung geführt. Th. neigt dem entgegengesetzten Fehler zu. Er nimmt dem J. zu sehr die Selbständigkeit. Wenn er für die Herodes-Periode, eine Zeit, die dem J. doch so nahe liegt, von der er doch manches in seiner Jugend gehört haben muß, Quellen aus zweiter Hand annimmt, wenn er zahlreiche Helfer dem J. zur Seite setzt und dann halb im Ernst halb im Scherz von ,,Josephus and Co.“ (S. 100) spricht, dann raubt er einem Verfasser, den die kaiserliche Kasse anerkennt und;der früh schreiben will, also früh Material zusammenträgt, doch die eigene Hand zu sehr. Natürlich hat J. die griechischen Historiker eifrig studiert, aber aus einer Parallele mit Euripides darf man doch wohl nicht schließen, daß hier ein Mitarbeiter am Werke ist, der die Tragiker