Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Echtheit des undatierten Privilegs der großpolnischen Judenschaft
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/2829132-2829991-2829995-2838278--52012-2838372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
222 A. Eisenstein wlgariter nuncupatam peremptorie sine fraude et dolo“. Oder ein Urteil aus dem Kostener Gericht vom Jahre 13991: ״et debuerint ipsum (Judeum) introdueere in hereditatem Mechinino“. Unzählige Beweise dafür, daß Juden auf Schuldscheine Dar- Jehen gewährt haben oder daß sie in den Besitz verpfändeter Gründstücke eingeführt worden sind, liefern die Krakauer Gerichtsbücher. Dort wird fast bei jeder Verhandlung, die ein Jude mit einem Christen führt, erwähnt: ,,iuxta litteram debiti“2, ,,et in litera, quam super hoc habet“3, ״quantum iudeus litteris suis demonstrabit“4 oder ,,iuxta tenorem literarum suarum“5 6 und dergleichen. Auch bieten die Krakauer Gerichtsbücher Fälle, wo Juden sogar ganze Dörfer wegen Nichteinlösung der Schuld in Besitz nehmen. Im Jahre 1390 übernimmt der Jude Josman die Güter von Dziewierza aus Przeslawic9, 1404 der Jude Smerlin drei Dörfer: Dzierzaniny, Borowa und Palesnica. Diese Dörfer übergeben ihm Andrzej und Raphael, die Söhne von Piotr Rozena für Schulden; es wird deutlich bemerkt, daß sie dem Juden Smerlin diese Dörfer nicht in Versatz, sondern in Besitz übergeben7 *. Das alles genügt, den wichtigsten Beweis von Hube zu widerlegen und die Behauptung von der Fälschung des Boleslaus- Kasimirschen Statuts der wichtigsten Stütze zu berauben. Auch das Fehlen des Datums und der Aufzählung der adligen Zeugen kann nicht als Argument für die Fälschung des Statuts angesehen werden. Hätten die Juden das Statut gefälscht — meint Bloch zutreffend —, so hätten sie nicht eine so verdächtige 1 I. •v. Lekszycki: Die ältesten Großpoln. Grodb. II (Kosten) J. 1393 Nr. 1486. 2 A. Z. Helcel: Starodäwne etc. VIII, J. 1400 Nr. 10886. 3 Idem: Ibidem VIII, J. 1399 Nr. 8035. 4 Idem: Ibidem VIIT, J. 1398 Nr. 7299. 5 Idem: Ibidem VIII, J. 1398 Nr. 7295. 6 Idem: Ibidem VIII, J. 1390 Nr. 5468. 7 Helcel: Starodawne prawaetc. II, J. 1404 nr. 1083: ,,tres villas . . cum omnibus iuribus dominio utilitatibus (etc. etc) ita, utsuntingraniciebus (poln. Grenzen) distincte, nihil pro se juris reservantes in' et pro DGG marcis grossorum in Judeo contractorum, Smerlyno Judeo, et ipsius posteris legitimis in perpetuum porrigentes assignarunt et resignarunt totaliter etc.“