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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 3 · p. Seite 219

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 3
Article
Die Echtheit des undatierten Privilegs der großpolnischen Judenschaft
Date
1933-01-01
Page
Seite 219 (sequence 9)
Language
German
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Die Echtheit des undatierten Privilegs der großpolnischen Judenschaft 219 sigillum probaverit, nos Judeo possessionem assignabimus obligatam, et eos contra violenciam defensabimus . . .“ Das böhmische Judenprivileg lautet im § 251: ,,Item si Judaeus super possessiones aut literas magnatum terrae pe- ,cuniam mutuaverit et hoc per suas literas et sigillum probaverit: nos Judeo jure aliorum pignorum possessiones assignabimus obligatas et eis eus contra violentiam defendemus.“ Noch erstaunlicher ist die Behauptung Hubes, daß in den polnischen Judenprivilegien von dieser Bestimmung keine Spur vorhanden ist. Wenn er auch die Ansicht von Ph. Bloch, die schon bedeutend früher L. Gumplowicz ausgesprochen hat, nämlich daß im § 25 des Boleslausschen Statuts eine Fälschung vorgenommen wurde2, nicht teilt, wie konnte er § 25 des Judenprivilegs vom Jahre 13643 und § 26 des Kasimirschen Privilegs vom Jahre 13674 übersehen, die doch klipp und klar sagen: ,,Item si Judeus super possessiones aut literas magnatum terre mutuaverit et hoc si per suas literas aut sigillum probaverit, nos Judeo [jure] aliorum pignorum possessiones assignabimus obligatas, ei eas contra violentiam defendendo.“ Ein starkes Argument gegen die Auffassung Hubes, es sei unmöglich, daß den Juden Darlehen auf Grundstücke oder verpfändete Briefe gestattet wurden, liefern die Reichstagsbeschlüsse von Wisliza. Leider wurde dieses starke Argument infolge der falschen Auffassung über die Entstehung der Wislizer Reichstagsbeschlüsse bisher von keinem Forscher benutzt. Lange Zeit herrschte die Ansicht vor, daß alle auf uns gekommenen Reichstagsbeschlüsse von Wisliza, die im sogenannten ״Wislizer Statut“ (Statut wislicki) vorliegen, das Produkt eines einzigen Reichstags zu Wisliza, nämlich des Reichstags von 1347, seien. Erst Lelewel5 und nach ihm der große polnische Rechts- 1 Bondy-Dworsky: Ziir Geschichte der Juden in . Böhmen, Mähren und Schlesien. ״ 2Bloch: Generalpriv. S. 7; L. Gumplowicz: Prawodawstwo polskie etc. S. 142. 3 S. Berschadzki: Russko-jewr. Archiv III Bd^—Nr. 1. 4 Bloch: Generalprivilegien S. 25. 5 Lelewel: Pomn. prawod. pol.

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