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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 3 · p. Seite 208

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 3
Article
Über das Alter der jüdischen Judas-Sage und des Toldot Jeschu
Date
1933-01-01
Page
Seite 208 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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208 B. Heller wurde. Das Aramäische diente gewiß dazu, das bedenkliche Werk für Christen möglichst unverständlich zu machen. In slavischen Ländern las man T. J. deutsch (Krauß Leben, 11). in deutschen und romanischen Ländern hebräisch oder aramäisch. Die Kabbala bediente sich des Aramäischen, um den Engeln unzugänglich zu bleiben. Für T. J. gab es einen viel irdischeren Grund: Es sollte den Christen nicht als Waffe dienen. Der aramaischen Sprache wohnt also ebensowenig zeitbestimmende Kraft inne, wie dem Aramäisch des Zohar1. Zu einer späten Ansetzung des T. J. gibt ja folgende Auf״ Stellung von Krauß (Leben, 242) Handhabe: ,,Das hebräische Geschichtswerk Josippon, welches auch von Jesu und von den Anfängen des Christentums berichtete, ist als die hauptsächlichste Quelle des T. J. anzusehen/' Die Forschung von Zunz (G. V.2 *, 154 ff.) und Grätz (V.4 3, 36) bis Isr. Levi (REJ. 1931, XCI, 132) und Umberto Cassuto (Enc. Jud. 9424 f.) stimmt darin überein, daß Josippon im 10. Jhdt. entstanden ist. Wenn es nun Hauptquelle für T. J. sein soll, kann doch dieses nicht älter als das 10. Jhdt. sein. Daran ändert nichts, daß Josippon den (Pseudo-) Hegesippus verwertet2. Vom Inhalt des T. J. ist manches der talmudischen Literatur entlehnt: Der Makel an der Geburt (Ben-Pandera), die fünf Schüler Jesu. Von dem eigentlichen Inhalt unserer T. J. findet sich nichts bei Agobard noch bei Amolon im 9. Jhdt. Das Unternehmen des Paulus, daß er zum Schutz des Judentums die Loslösung des Christentums vornimmt, findet sich zuerst bei Ibn Hazm betont, eine jüdische Judas-Sage ist auch aus diesem 11. Jhdt. nicht bezeugt. V. Werturteile. Prof. Krauß (1932, 587) schiebt mir zu, ich hätte 1. J. jeden Wert abgesprochen. Derartiges habe ich nie geäußert. Ich erblicke aber darin ein lehrreiches Zeugnis bedauerlicher Volkspsychose. 1 Israel Davidson, אוצר השירה והפיוט Thesaurus of Mediaeval Hebrevv Poetry 1933 IV, 497 f. verzeichnet mehrere hundert jüdisch-aramäische Gedichte, meist aus dem späten Mittelalter. 2 Die Bedeutung des Hegesippus für Josippon nachdrücklich schon bei Wellhausen, Der arabische Josippon, 1897, 50.

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