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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 3 · p. Seite 202

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 3
Article
Über das Alter der jüdischen Judas-Sage und des Toldot Jeschu
Date
1933-01-01
Page
Seite 202 (sequence 5)
Language
German
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202 B. Heller oder kupferne Löwen gebunden waren, die den Zutritt wehren (Leben, 1903). Und doch ist der Diebstahl des Leichnams nichts anderes als Polemik, sowie die Erzlöwen, welche brüllen und . töten, nichts als Folklore. Verwandter folkloristischer Vor- Stellung entstammen die Vögel aus Lehm, die leben und fliegen, ein Zug, den nach dem Koian besonders die islamische Jesuslegende aufgegriffen hat, und der dann im T. J. vergrößert wird, indem Jesus sogar Ochsen, Schafe, Hühner, Esel, Rinder aus Lehm verfertigt und belebt (Krauß, Leben, 72). Der Kohlstengel. Besonders schwer rechnet es mir Krauß an, daß ich den Kohlstengel, auf dem Jesus gerichtet wird ,,in den (das) Folklore verweise, das ist in das Reich der Fabel/' (1932, 589). Gewiß verweise ich ihn dahin. T. J. erzählt, Jesus sah, man wolle ihn hängen, er beschwor alle Bäume, daß sie ihn nicht aufnehmen. Deshalb bricht jeder Baum zusammen, als man Jesus auf ihn hängen will. Ein Alter jedoch hatte einen Kohl, höher als ein Palmbaum. Da Jesus nur die Bäume, nicht aber auch den unansehnlichen Kohlstengel beschworen hätte, nahm ihn der Kohl auf. Dazu Krauß (S. 220): ,,Daß kein Holz zum Kreuze Jesu tauglich erschien, weil Jesus sie alle beschworen hätte, ihn nicht aufzunehmen, hat folkloristisch an den Galgen Hamans eine Parallele (Trg. Scheni zu Esth. 79).£< Im Trg. Scheni heißt es nämlich, alle Bäume lehnten es der Reihe nach ab, Haman als Galgen zu dienen; sie berufen sich auf ihre Würde und Israelähnlichkeit; auf Anraten der Zeder wird Haman auf den Baum gehängt, den er für Mordechaj bestimmt hatte. L. Ginzberg (Ginze Schechter I 325) führt die Parallele aus Midr. Panim acherim an, (ed. Buber 39a), wo die Bäume alle sich weigern als Galgen zu dienen, weil sie Israel gleichen und ihm dienen, endlich wird der Galgen aus der Zeder gezimmert, weil mit der Zeder der Feind Israels Assur, verglichen wird. Krauß (1932, 592) weist auf Est. R. % hin, wo die Bäume sich der Reihe nach zum Galgen anbieten: Jesus wird auf den Dorn gehängt. Wir können dazu noch den Midr. Abba Gorion (ed. Buber 21b) hinzufügen1. Wir hätten es hier also mit zwei folkloris tischen Typen zu tun. Der eine Typus (Est. R., Abba Gorion) schilderte, wie die Bäume wetteifern, den Bösewicht zu richten. Es ist dies der Typus der Rangstreit-Literatur, besonders der arabischen Literatur geläufig. Wir besitzen über sie eine Monographie von Steinschneider in. den Wiener Sitzungsberichten 155, 1908, IV wozu Ergänzungen bei Bacher, Mölanges-Hartwig Derenbourg, 1909, 131—147. Aus der Aggada könnte hier der Streit der Steine herangezogen werden, deren jeder wünscht, Jakob soll sein Haupt auf ihn legen 1 Hier wird auch die von Krauß empfohlene Leseart אבסדרא neuerdings bestätigt.

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