Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur jüdischen Altertumskunde
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 17)
- Language
- German
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196 S. Klein kann in diesem Satze nur die ostjordanische Arabia bezeichnen. 3. Diese wenigen Nachweise, die sich leicht vermehren ließen1, dürften genügen, um die Annahme als plausibel erscheinen zu lassen, daß Nysa, welches Diodoros als in Arabien gelegen bezeichnet, in einer der zahlreichen syrisch-hellenistischen Städte des nordöstlichen Ostjordanlandes vermutet werden dürfe2. Dabei sei bemerkt, daß auch Beth-Schean, d. h. Skythopolis zeitweilig mit dem mythologischen Namen Nysa (wie so manche Städte in Syrien) belegt war3. Da aber Skythopolis noch zu Erez Israel (im Sprachgebrauche der Hellenisten etwa: ,,Judaea“) gehörte, so kann es für dieses Nysa Arabiens, wo der Isiskult gepflegt wurde, nicht in Betracht gezogen werden. Wir müssen weiter nach Osten gehen, um auf seine Spuren zu kommen. Da muß zunächst daran erinnert werden, daß eine alte Barajta die Isis als die säugende Mutter des Horoskindes mit dem hebräischen, aber offenbar beabsichtigt geringschätzenden Namen מניקה oder ]מגילן ,,die Säugende“ bezeichnet4. Ihr Standbild mit dem Kinde im Schoße war den Tannaiten sehr wohl bekannt; war doch ihr Kult nicht nur in Phönizien (Byblos, Sidon, Tyrus), sondern auch in manchen hellenistischen Städten Palästinas, etwa in Dora an der Küste, in Caesarea Philippi - Paneas an den Jordan quellen, in Sebaste, ferner gerade in den ost jordanischen Städten Arabias: in K a n a t h a und P h a e n a verbreitet, wie manche archäologische Funde dafür zeugen5. Was Wunder, wenn einmal eine ihrer berühmten Kultstätten von den Juden geradezu mit dem Namen ,,die Säugende“ bezeichnet wurde! Dies war tatsächlich der Fall. 1 Vgl. mehrere Stellen in meinen מחקרים בפרקי היחס שבספר דברי הימים, S. 41 f. 2 Es sei wiederholt auf die S. 194, 2 genannten Spuren des Isiskult in dieser Gegend (Phaena und Canatha) hingewiesen. 3Schürer II4, 39 und Register; Tscherikower, Die hellenistischen Städtegründungen von Alexander d. Gr. bis auf die Römerzeit (1927) nach dem Register. 4 Toss. Aboda s. V (VI) 1: י ״ דמות מביקן דםרפם ♦; b. Ab. s. 43 a (R. Jehuda): דמות מינק ה וסראפיס . . .; dazu im Talmud: מביקה על שם חוה שמביקה כל העולם כולו. Vgl. B r ü 11, Jahrbücher für jüd. Gesch. u. Lit. I, S. 144 f; ,S. Krauß MZsSz IX, S. 173; zu כל העולם vgl. das Zitat aus der Isis- Inschrift oben § 1. ’••6־■־ S. oben S. 194 Anm. 2..