Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 3 · p. Seite 196

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 3
Article
Zur jüdischen Altertumskunde
Date
1933-01-01
Page
Seite 196 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829991-2829995-2838275--51980-2838346
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

196 S. Klein kann in diesem Satze nur die ostjordanische Arabia bezeichnen. 3. Diese wenigen Nachweise, die sich leicht vermehren ließen1, dürften genügen, um die Annahme als plausibel erscheinen zu lassen, daß Nysa, welches Diodoros als in Arabien gelegen bezeichnet, in einer der zahlreichen syrisch-hellenistischen Städte des nordöstlichen Ostjordanlandes vermutet werden dürfe2. Dabei sei bemerkt, daß auch Beth-Schean, d. h. Skythopolis zeitweilig mit dem mythologischen Namen Nysa (wie so manche Städte in Syrien) belegt war3. Da aber Skythopolis noch zu Erez Israel (im Sprachgebrauche der Hellenisten etwa: ,,Judaea“) gehörte, so kann es für dieses Nysa Arabiens, wo der Isiskult gepflegt wurde, nicht in Betracht gezogen werden. Wir müssen weiter nach Osten gehen, um auf seine Spuren zu kommen. Da muß zunächst daran erinnert werden, daß eine alte Barajta die Isis als die säugende Mutter des Horoskindes mit dem hebräischen, aber offenbar beabsichtigt geringschätzenden Namen מניקה oder ]מגילן ,,die Säugende“ bezeichnet4. Ihr Standbild mit dem Kinde im Schoße war den Tannaiten sehr wohl bekannt; war doch ihr Kult nicht nur in Phönizien (Byblos, Sidon, Tyrus), sondern auch in manchen hellenistischen Städten Palästinas, etwa in Dora an der Küste, in Caesarea Philippi - Paneas an den Jordan quellen, in Sebaste, ferner gerade in den ost jordanischen Städten Arabias: in K a n a t h a und P h a e n a verbreitet, wie manche archäologische Funde dafür zeugen5. Was Wunder, wenn einmal eine ihrer berühmten Kultstätten von den Juden geradezu mit dem Namen ,,die Säugende“ bezeichnet wurde! Dies war tatsächlich der Fall. 1 Vgl. mehrere Stellen in meinen מחקרים בפרקי היחס שבספר דברי הימים, S. 41 f. 2 Es sei wiederholt auf die S. 194, 2 genannten Spuren des Isiskult in dieser Gegend (Phaena und Canatha) hingewiesen. 3Schürer II4, 39 und Register; Tscherikower, Die hellenistischen Städtegründungen von Alexander d. Gr. bis auf die Römerzeit (1927) nach dem Register. 4 Toss. Aboda s. V (VI) 1: י ״ דמות מביקן דםרפם ♦; b. Ab. s. 43 a (R. Jehuda): דמות מינק ה וסראפיס . . .; dazu im Talmud: מביקה על שם חוה שמביקה כל העולם כולו. Vgl. B r ü 11, Jahrbücher für jüd. Gesch. u. Lit. I, S. 144 f; ,S. Krauß MZsSz IX, S. 173; zu כל העולם vgl. das Zitat aus der Isis- Inschrift oben § 1. ’••6־■־ S. oben S. 194 Anm. 2..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.