Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 77 (1933)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zur jüdischen Altertumskunde
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 15)
- Language
- German
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194 S. Klein Die Angabe bezüglich des Kultortes der Isis in Arabien ist auffällig, doch ist sie keinesfalls als ״wohl unsicher“1 zu bezeichnen, ebensowenig wie Nysa selbst ein ״sagenhafter Ort“ sein kann, da ja Diodoros den dort vorhandenen Text der Inschrift, deren Echtheit D ei ß mann nachwies, im Wortlaute mitteilt. Aus der Inschrift mögen die Anfangsworte angeführt werden: ״Ich bin Isis, die Königin jeglichen Landes“; dann: ״Ich bin die Mutter des Königs Horos“. Während der an erster Stelle angeführte Satz auf die weite Verbreitung des Isiskultes hin weist, zeigt der zweite, daß die Isis gewöhnlich mit dem saugenden Horoskinde im Schoße auf Standbildern dargestellt zu werden pflegte, wofür eine große Anzahl von Belegen vorhanden sind2. Es darf also keinesfalls bezweifelt werden, daß der Kult der Isis auch nach Arabien gewandert und für sie dort eine Kultstätte — denn das Grab war ja sicher eine solche — gegründet worden ist. Es fragt sich nur, wo dieses Arabien zu suchen sei? 2. Es ist eine bekannte, wenn auch nicht immer gehörig beachtete Tatsache, daß bei Josephus, wie auch an zahlreichen halachischen und agadischen Stellen, ebenso auch von Eusebius die Bezeichnung A r a b i a bzw. Araber für die östlichen und nordöstlichen Gegenden des Ostjordan- 1 a n d e s angewandt wird. Es wird genügen, aus Josephus folgende Stellen anzuführen: Nach Baraks und Deboras Tode . . . verbanden sich die Midianiter mit den Amalekitern und Arabern3 usf., wobei die *Apaßec den בני קדם des Bibeltextes Richter 63 entsprechen. Araber sind demnach die östlichen Nachbarn Israels. — Die von der Ketura geborenen Kinder führte Abraham in Kolonien, und sie nahmen das Land Troglodytis 1 Ebd., S. 111 Anm. 1, wo noch hinzugefügt wird: ״Wahrscheinlich stammt der Text, wie ,W.i lcken vermutet, aus Bubastis. Nysa ist ein sagenhafter Ort.“ 2 Vgl. Roschers Mythol. Lex. II, S. 362 f.; S. 366 ff. verschiedene bildliche Darstellungen: Isis als Kuh mit Kuhhörnern; in Menschengestalt mit Kuhkopf; mit dem Horöskind. S. 373 ff.: über außerägyptische Kulte 2. B. in Phönizien (Tyrus, Sidon); in Palästina: Caesarea Panias; Phäena (im Ostjördänlande), vielleicht auchin Canatha (ebd. 375). Die jüngsten Ausgrabungen in Samaria-Sebaste haben ein Denkmal des Isis- ,kaltes in der genannten Stadt ans Tageslicht gefördert. 3 Ant. V6,: 1.! :