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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1933-01-01 · Heft 3 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
77 (1933)
Issue
Heft 3
Article
Ein Rechtsstreit um den Boden Palästinas im Altertum
Date
1933-01-01
Page
Seite 178 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Hans Lewy 178 Eines der ältesten Zeugnisse für die offizielle Reception der Aeneassage in Rom enthält der Entscheid des Senates im Streit des Jahres 230 zwischen den griechischen Stämmen der Akarnanen und Aetoler, ־ Die Akarnanen, deren Gebiet von den Aetolern annektiert worden war, wandten sich hilfesuchend an Rom und wiesen dabei darauf hin, daß sie als einzige an dem Feldzug gegen die troischen Vorfahren der Römer nicht teilgenommen hätten; denn ihr Volk werde weder im Schiffskatalog noch sonst in der Ilias erwähnt1. Die Römer, die nach Rechtsgründen für einen Eingriff in die griechischen Verhältnisse suchten, nahmen den Hinweis auf Homer dankbar auf und motivierten damit u. a. gegenüber den Aetolern ihren Räumungsbefehl. Auch zu dieser indirekten Beweisführung durch eine conclusio ex silentio findet sich im palästinensischen Bodenstreit eine Parallele. Einer der 7 biblischen Kanaanäerstämme, die dem Gottesbann verfielen, waren die 2גךו&זים. Diese treten nun im biblischen Bericht von den Kämpfen des Josua aus Gründen, die hier nicht zu untersuchen sind, nicht auf3 und fehlen auch in der Liste der ver» fehmten Kanaanäerstämme (Dtn 20ls). Daraus schlossen die Rabbinen4, die die afrikanische Wandersage der Kanaanäer kannten, daß sie als einziger Stamm auf die Bekanntmachung des Josua, in der er sie auf forderte sich zu ergeben oder wegzuziehen, die Nutzlosigkeit eines Widerstandes einsahen und auswandeten5. Die Rabbinen lobten die Frömmigkeit der נרגזים und erzählten, daß Gott ihnen zum Lohn dafür ein ebenso schönes Land wie Kanaan, nämlich Afrika^, geschenkt habe7. 1 Strabon X G. 462, Justin 28, 1, 5/6. 2 Die ל Stämme werden Dtn י1ל Jos 324 גn aufgezählt. S. a. Apg. 13,18. 3 S. d. Stammlisten der Gegner Josuas Jos 113 (vgl. 128). 4 S. Midrasch Dtn. R. 5, 13 (zu Dtn 20lof.)♦ 6 Die naheliegende Ableitung des Namens von גדש (als ,,die Vertriebenen“) kam dieser Kombination vielleicht zustatten. V 6 II Reg. 18, 32 אריץ |אךצכם wohin der Assyrerkönig die 10 Stämme Israels zu führen versprach, wurde stets auf Afrika bezogen. Vgl. Sanh. b. 94ä. Vgl. Toss. Schab. VII 25 S. 119 Zuck., wo statt der Gergesiter die Amoriter genannt werden. Andere Stellen bei Krauß, MGWJ Bd. 39 S. 4,3. 7 Toss. Schab. VII 25 S. 119 Zuck, wird das Gleiche von den Amo* ritern —־ so werden die Kanaanäer oft in der Bibel genannt ■— im Namen des R. Schim‘on ben Gamli’el (2. nacbchr. Jhdt.) erzählt.

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